Düren: Eine der schwersten seelischen Erkrankungen

Düren: Eine der schwersten seelischen Erkrankungen

Dass das Thema Depression aktuell ist, konnten die Veranstalter LVR-Klinik und AOK schnell feststellen. Zehn Minuten vor Beginn des Vortragsabends war der Festsaal der Klinik vollbesetzt, sogar weitere Stühle mussten herbeigeschafft werden.

16 Prozent aller Deutschen erkranken in ihrem Leben an einer Depression. „Gesichter der Depression - Symptome und Behandlung” lautete der Titel des Vortrags von Dr. Martine Grümmer, Chefärztin an der LVR-Klinik.

Mit verständlichen Worten und beeindruckenden Beispielen und Mut machenden Appellen gelang es ihr, die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörerschaft bei diesem so belastenden Thema über eine Stunde auf höchstem Level zu halten.

Zu Beginn begrüßten Hans Willi Meissen von der AOK und Dr. Beginn-Göbel, kommissarische Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik, die Gäste und zeigten sich erfreut über die gute Kooperation zwischen Gesundheitskasse und Dürener Klinik - aber vor allem auch über die enorme Resonanz.

„Sehr ernst nehmen”

Eine Stecknadel hätte man in dem großen Saal fallen hören können, als Dr. Martine Grümmer zum Einstieg den Fall einer Patientin schilderte. „Eine Depression ist nicht mit einer Unpässlichkeit oder vorübergehenden Lustlosigkeit zu vergleichen. Eine Depression gehört mit zu den schwersten seelischen Erkrankungen und muss von daher sehr ernst genommen werden”, schloss die Ärztin, die freimütig bekannte: „Ich arbeite hier der Klinik in der festen Überzeugung, dass es depressive Menschen schaffen können, wieder in die Normalität zurückzukehren.”

Es folgten ausführliche Erläuterungen über depressive Symptome in verschiedenen Altersphasen, Erklärungen zu therapeutischen Methoden und den Einsatz moderner Medikamente. Bei professionell eingeleiteter Behandlung können beeindruckende Erfolge erzielt werden. Deshalb riet Dr. Grümmer dazu, Patienten mögen sich vertrauensvoll an ihren Arzt wenden, um mit ihm gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten. Diese können eine ambulante Psychotherapie oder aber auch einen stationären Aufenthalt bedeuten.

Angehörige belastet

Solche Entscheidungen würden dann auch oft mit großer Erleichterung von den Angehörigen wahrgenommen, weil sie durch die seelische Erkrankung eines Familienmitglieds ebenfalls erheblich belastet werden.

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