Düren: Eine Annakirmes für den Adrenalinkick

Düren: Eine Annakirmes für den Adrenalinkick

„Echt krass“, entfuhr es Simon Kohl aus Lendersdorf nach der Fahrt auf der Weltneuheit „Infinity“. „Die Fahrt ist so schnell und dann auch noch der Überschlag. Das spürt man richtig im Kopf und in den Beinen.“ Kein Wunder: Die mit einer Flughöhe von 65 Metern höchste transportable Loopingschaukel der Welt wartet mit einer Spitzengeschwindigkeit von 125 Stundenkilometern auf und presst die Fahrgäste mit bis zu 5G — der fünffachen Erdanziehungskraft — in die Sitze.

Die riesige Großschaukel ist der Hingucker auf der Annakirmes. Zum Auftakt am Samstag reckten viele Besucher schon von weitem ihre Köpfe in den Himmel, viele voller Vorfreude auf den besonderen Adrenalinkitzel, andere fassungslos und teilweise mit einem Gesichtsausdruck, der erkennen ließ: „Nichts für mich.“

Wer auf der Annakirmes den besonderen Adrenalinkick sucht, kommt in den kommenden Tagen voll und ganz auf seine Kosten. Mit so vielen rasanten Fahrgeschäften wartete das größte Volksfest der Region schon lange nicht mehr auf. Foto: Jörg Abels

Es sind vor allem die Freunde rasanter Fahrgeschäfte, die auf der mit vielen Düren-Neuheiten gespickten Annakirmes diesmal voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Auch am Überschlagfahrgeschäft „Predator“, der „Achterbahn-Neuheit „Drifting Coaster“ und am 80 Meter hohen „Sky-Fall-Turm“ herrschte zum Auftakt großer Andrang. Nur der Überschlagpropeller „Booster Maxxx“ fiel am Nachmittag aus: Getriebeschaden. Alle Versuche, das Fahrgeschäft wieder in Gang zu bringen, scheitern. „Das Getriebe muss gewechselt werden“, erklärte Platzmeister Achim Greiff.

Wer auf der Annakirmes den besonderen Adrenalinkick sucht, kommt in den kommenden Tagen voll und ganz auf seine Kosten. Mit so vielen rasanten Fahrgeschäften wartete das größte Volksfest der Region schon lange nicht mehr auf. Foto: Jörg Abels

Über Nacht wurde das Ersatzteil geordert, am Sonntag wurde es montiert. Auch der „Infinity“ stand Samstag kurzzeitig still. Den Softwarefehler aber konnte der Betreiber schnell beheben, berichtete Greiff. Nach einer Viertelstunde nahm die Überschlagschaukel wieder ihre atemberaubende Fahrt auf.

Bürgermeister Paul Larue (CDU) hatte beim offiziellen Fassanstich so seine Probleme. Das Bier spritzte über die Bühne der Bayern-Festhalle.

Auch wenn sich der Platz erst im Laufe des Abends so richtig füllte, sind Platzmeister Achim Greiff und Dürens Schaustellerchef Bert Cremer mit dem Auftakt sehr zufrieden. „Das war ein richtig guter Start“, betonte Greiff. „Mit optimalem Kirmeswetter“, ergänzte Cremer. Kein Vergleich zum stürmischen und verregneten Auftakt vor einem Jahr. Vor allem freuen sich die Verantwortlichen über den ruhigen und friedlichen Start der Annakirmes. Den bestätigt die Polizei, die — wie angekündigt — vor allem in den Nachmittagsstunden mit deutlich mehr und zum Teil schwerer bewaffneten Kräften auf dem Platz patrouillierte und an den Eingängen auch schon mal den Blick in den einen oder anderen Rucksack warf.

Ein Getriebeschaden stoppte am Samstag den „Booster Maxxx“.

Nur einer wird nicht ganz zufrieden sein: Bürgermeister Paul Larue. Beim offiziellen Fassanstich in der Bayern-Festhalle am frühen Abend hatte Dürens erster Bürger so seine Probleme mit dem widerspenstigen Zapfhahn, der zuerst nicht so recht ins Fass wollte und dann das kühle Blonde auch noch auf die Bühne ergoss.

Ob Larue eine Vorahnung hatte? Zumindest wollte er das vom gebürtigen „Grüngürtel-Jong“ Josef Böhr, der mit seiner Frau Marianne seit 50 Jahren in der Nähe von München lebt, vom Oktoberfest mitgebrachte T-Shirt mit der Aufschrift „O‘zapft is“ nicht vor dem Fassanstich anziehen. In das erste „Prosit der Gemütlichkeit“ stimmte Larue noch mit der Annakirmes-Schürze ein.

Sei‘s drum: Bis zum 7. August wird der Gerstensaft auf der Annakirmes wieder in Strömen fließen, im Übrigen wieder wie im Vorjahr zum Viertelliterpreis von zumeist 2 bis 2,50 Euro.

Die rund 150 Schausteller hoffen wieder auf gut 800.000 Besucher und locken am Familiendienstag wieder ganztätig mit halben Fahrpreisen und weiteren Vergünstigungen. Traditioneller Höhepunkt ist das Brillantfeuerwerk am Freitagabend gegen 22.30 Uhr.

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