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Düren: Ein Skulpturengarten zum Ertasten

Düren : Ein Skulpturengarten zum Ertasten

Kunst mit allen Sinnen wahrnehmen: Nicht allen Menschen ist dieses Glück gegeben.

Blinden und Sehbehinderten bleibt optische Wahrnehmung von Kunstwerken weitgehend verschlossen. Sie müssen ihre Eindrücke mit anderen Sinnen gewinnen. Skulpturen beispielsweise lassen sich ertasten.

Deshalb nennt Jürgen Müller (Engelskirchen) seine im Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte an der Karl-Arnold-Straße eröffnete Schau auch „Berührungen”.

Noch bis zum 23. Juli sind 24 Arbeiten des Künstlers im Berufsförderungswerk und dessen Freigelände („Unser Innenhof ist jetzt ein Skulpturengarten”, so Bfw-Geschäftsführer Dr. Hans Zeißig) zu sehen. Und zu fühlen.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Paul Larue und mit Unterstützung des Lions-Hilfswerks Marcodurum kam die Skulpturen-Schau nach Düren. Heinz Pütz, selbst erheblich sehbehindert und Hauptvertrauensmann der Schwerbehinderten im NRW-Finanzministerium, gab den Anstoß dazu.

Das Lions-Hilfswerk Marcodurum ließ es sich nicht nehmen, die Ausstellung und weitere Aktivitäten für Blinde und Sehbehinderte mit einem Scheck über 2500 Euro zu fördern, den Präsident Heinrich Hempsch und der Aktivity-Beauftragte Fred Kessel bei der Eröffnung der Schau überreichten.

Jürgen Müller, der als Künstler in all seinen Werken einen Bezug zu Natur und Glauben herstellt, empfindet die Präsentation seiner Werke für sehbehinderte Personen als eine Herausforderung besonderer Art: Er wird während der Ausstellung einen Workshop mit den Rehabilitanden des Berufsförderungswerkes durchführen und ein neues Kunstwerk schaffen.

„Die zehn Gebote”

„Die zehn Gebote” soll die Holzskulptur heißen, deren Modell Müller zur Eröffnung vorstellte. Den dazu erforderlichen Baumstamm hat der Dürener Service-Betrieb bereits angeliefert.

Der erste Schlag wird am 1. Juli um 19 Uhr getan. Die Präsentation des fertigen Werkes ist für den 20. Juli, 19 Uhr, vorgesehen.

„Einmal mehr wird Düren mit diesen Aktionen seinem Ruf als Stadt der Hilfe für die Blinden gerecht”, zollte Paul Larue Veranstaltern und Künstler gleichermaßen Anerkennung.