Düren: Ein Scheck für den Kinderschutzbund

Düren: Ein Scheck für den Kinderschutzbund

„Dieses Geld kommt uns wunderbar gelegen”, sagte Markus Granrath und nahm einen Scheck über 10 000 Euro entgegen, den die Sparda-Bank in Düren ausgestellt hatte.

Filialleiter Reinhard Wollgarten hatte die Zahlungsanweisung mit in die Räume des Deutschen Kinderschutzbundes an der Kölnstraße gebracht. „Als Genossenschaftsbank vor Ort sind wir den Bürgern und vor allem den Kindern einfach verpflichtet. Wir verstehen unsere Unterstützung als Investment in die Zukunft. Daher geben wir gerne finanzielle Hilfe”, sagte Reinhard Wollgarten.

Der Scheckerlös kommt allerdings nicht aufs Konto des Kreisverbandes Düren im Deutschen Kinderschutzbund. „Vielmehr wollen wir als Jugendhilfeträger die Inklusion an Dürener Schulen unterstützen”, erläuterte Fachreferentin Maria Saurbier-Schmalen.

Inklusion bedeutet, dass jedes Kind im Alltag dieselben Chancen hat - unabhängig von seiner Herkunft, dem Milieu oder den körperlichen und geistigen Voraussetzungen. „Alle Kinder sind auf ihre Weise besonders”, so die Fachfrau.

In einer inklusiven Schule lernen Jungen und Mädchen mit oder ohne Behinderung zusammen, egal ob sie im Rollstuhl sitzen, das Down-Syndrom haben oder sich schlecht konzentrieren können. Gedankliche Grundlage der Inklusion sei ein verändertes Menschenbild.

Behinderungen sollten nicht mehr länger als persönliches Defizit, sondern als Ausdruck menschlicher Verschiedenheit gelten, lauten die Zielvorgaben.

Hintergrund des Umdenkens ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die vorsieht, dass Kinder mit Behinderung grundsätzlich das Recht auf Zugehörigkeit und Gleichbehandlung haben.

In NRW, so Markus Granrath, würden auf dieser Grundlage die Förderschulen Schritt für Schritt abgeschafft und durch inklusive Schulen ersetzt. „Die Spende ermöglicht es uns, ein Modellprojekt umzusetzen”, gibt der DKSB Geschäftsführer die nächsten Planungen vor.

Der Kreisverband kooperiert als Jugendhilfeträger schon mit vielen Schulen in der Region. Schulen in Stadt und Kreis Düren, die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen, können sich vom Deutschen Kinderschutzbund vor Ort unterstützen lassen.

Erfahrene Fachkräfte bieten Fortbildungstage für Lehrerkollegien an. Sie moderieren außerdem Klassengespräche, bieten Schulprojekte an und informieren über Elternarbeit in einer inklusiven Schule. „Die Resonanz ist positiv”, berichtet Maria Saurbier-Schmalen.

Der Kreisverband Düren im Deutschen Kinderschutzbund profitierte von einer Aktion der Sparda-Bank West, die zehnmal 10000 Euro für ausgewählte Projekte dem Landesverband im Deutschen Kinderschutzbund zur Verfügung stellte.

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