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Düren: Ein „Penthouse” für die Dürener Tauben

Düren : Ein „Penthouse” für die Dürener Tauben

Um diesen Wohnsitz sind Dürens Tauben zu beneiden. Hoch über den Dächern der Stadt werden sie demnächst in einem „Penthouse” brüten. Um die Taubenplage in der Innenstadt auf tierschutzgerechte Art in den Griff zu bekommen, wurde auf dem Dach des Bürgerbürogebäudes am Markt ein Taubenschlag mit 42 Brutboxen aufgestellt.

Hier werden den brütenden Weibchen Plastikeier untergeschoben und somit die Population vermindert. „Die einzige biologische Art die Tauben zu reduzieren”, sagte Heidemarie Meier-Grass jetzt bei der Besichtigung des „Tauben-Penthouses”. Die Vorsitzende der Partei Bürger für Düren (BfD) hatte den entsprechenden Antrag gestellt.

„Anfangs wurden wir an den Rand der Lächerlichkeit gestellt”, erinnert sich die Politikerin, die die Anregung für diese Art Geburtenkontrolle bei Tauben in Augsburg entdeckte. „Der Bürgermeister hat Überzeugungsarbeit geleistet und wir mussten dicke Bretter bohren”, erklärte Heidi Meier-Grass.

Bürgermeister Paul Larue konnte die Sparkasse Düren als Eigentümer der Immobilie für die Maßnahme gewinnen. „Wir sind bei dieser Idee gerne Promoter und Finanzier”, betonte Sparkassen-Vorstandsmitglied Uwe Willner. „Wir tun was für die Menschen, die durch die Tauben belästigt wurden, aber auch für den Tierschutz”, betonte Bürgermeister Paul Larue und verwies darauf, dass man sich Profis ins Boot geholt habe.

Brieftaubenzüchter Jakob de Vries aus Niederau und Heide Fassbender, die Geschäftsführerin der Brieftauben-Reisevereinigung Düren, werden mit Rat und Tat zur Seite stehen und darauf achten, dass das „Penthouse” immer voll belegt ist. „Eine satte Taube bettelt nicht und belästigt nicht den Menschen”, weiß Jakob de Vries aus langjähriger Erfahrung und erläuterte den richtigen Umgang mit Tauben. Fürwahr eine Wissenschaft für sich. Das Taubenhaus auf dem Bürgerbüro ist ein drei mal zwei Meter großer Container, in den die Spezialfirma Cox aus Aldenhoven 42 Taubenschläge einbaute.

In Kürze wird „angefüttert”, dann sollen die ersten Taubenpärchen ihre Nistplätze beziehen. Wenn die ersten Eier gelegt sind, wird Jakob de Vries diese entnehmen und durch Eier aus Plastik ersetzen. „Das kann man allerdings nicht ständig machen”, weiß der Taubenzüchter aus langjähriger Erfahrung und wird hin und wieder die Jungtauben schlüpfen lassen. „Sonst kommen die Alten nicht mehr in dieses Nest”. erklärte er.

Den ersten Schritt für den Unterhalt des Taubenhauses tat Heidemarie Meier-Grass. Anlässlich ihres Geburtstages wurden von den Gäste 655 Euro gespendet: für Taubenfutter und für die medizinische Versorgung der Tauben. „Von denen geht dann keine Gefahr mehr aus”, ist sich die Initiatorin sicher.