Ein neues Mahnmal und Kraniche für den Frieden in Düren

Anlässlich des Hiroshimatages : Ein neues Mahnmal und Kraniche für den Frieden in Düren

„Der Kranich wurde zum Symbol dafür, dass kein Mensch mehr an Atomwaffen und deren Folgen sterben soll“, sagt Pfarrerin Vera Schellberg von der Friedensgruppe Düren und hält dabei einen aus buntem Papier gefalteten Kranich in der Hand. Rund um dieses Symbol für Hoffnung und Frieden sollen in Düren gleich mehrere Aktionen stattfinden, die an den Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945 erinnern.

„Besonders vor dem Hintergrund unserer eigenen Zerstörungsgeschichte ist mir wichtig, dass der Hiroshimatag wieder stärker von den Bürgern wahrgenommen wird“, unterstreicht auch Bürgermeister Paul Larue (CDU). Dafür sind Aktionen geplant, die das Bewusstsein für dieses Thema schärfen, mehrere Generationen ansprechen und eine bleibende, mahnende Erinnerung schaffen sollen.

Die Friedensgruppe Düren sieht neben einer Stagnation bei der Abrüstung im atomaren Bereich auch die Gefahr, dass sogar neu erwogen wird, aufzurüsten. „Wir wollen laut und deutlich sagen: Das wollen wir nicht – nicht in unserem Land und nicht in anderen Ländern“, erklärt Vera Schellberg. Dafür möchten die Mitglieder des Vereins ein Zeichen in Düren setzen und so viele Mitstreiter wie möglich gewinnen. Einige Senioren und zahlreiche Schulen sind schon an Bord und beteiligen sich auf unterschiedliche Arten: mit dem Falten von Papierkranichen, dem Schreiben von Gedichten, dem Malen von Bildern und nicht zuletzt mit der inhaltlichen Auseinandersetzung.

Dafür eignet sich besonders das Jugendbuch „Sadako – Ein Wunsch aus tausend Kranichen“, das die wahre Geschichte von Sadako Sasaki erzählt. Als Zweijährige wurde sie Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und erkrankte in Folge dessen zehn Jahre später an Leukämie. Einer alten japanischen Sage folgend, faltete sie Origami-Kraniche, um nach dem 1000. Kranich einen Wunsch erfüllt zu bekommen.

Die Kraniche mahnen noch heute

Obwohl sie während ihres Krankenhausaufenthaltes deutlich mehr faltete, ging ihr Wunsch nicht in Erfüllung, und Sadako starb. Ihr und vieler anderer Kinder zu Ehren entstand in Hiroshima das Kinder-Friedensdenkmal, zu dem noch heute unzählige Papierkraniche aus aller Welt als Friedenssymbole geschickt werden. Bald sollen auch einige aus dem Kreis Düren hinzukommen – gefaltet von jedem, der sich beteiligen möchte.

Ein besonderer Kranich – auch in Faltoptik, aber nicht aus Papier – soll in Düren bleiben. Er wird den Mittelpunkt eines neuen Mahnmals für den Frieden bilden. Die 1,60 Meter hohe Stele, entworfen von Steinmetz Christoph Plinz, soll am Hiroshimatag, 6. August, nahe dem Haus der Stadt aufgestellt werden. Der Entwurf dafür ist schon fertig, einzig die Finanzierung steht noch nicht. Es fehlen noch 7000 Euro an Spenden.

(wel)
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