Düren: Ein Jahr Pfarrfusionen: Zeit für einen ersten Rückblick

Düren: Ein Jahr Pfarrfusionen: Zeit für einen ersten Rückblick

„Als ehemaliger Nichtbefürworter der Gemeinschaft der Gemeinden sehe ich die sechs Gemeinden von St. Lukas auf einem guten Weg, eine gemeinsame Pfarre zu werden, ohne die Individualität der einzelnen Gemeinden zu verlieren.” So beschreibt Wolfgang Floß, Küster in St. Cyriakus Niederau, seine Gefühle anlässlich des ersten Geburtstages der Pfarre St. Lukas.

Vor einem Jahr wurden die sechs Dürener Innenstadtgemeinden fusioniert, nicht unbedingt zur Freude aller 20.000 betroffenen Katholiken. Der Öffentlichkeitsausschuss des Pfarrgemeinderates hat sich unter dem Arbeitstitel „Zwölf Monate - zwölf Meinungen” in den Gemeinden umgehört. „Vom Ergebnis waren wir selbst überrascht”, berichtet Gemeindereferent Stefan Uerschelen. „Es hat sich etwas entwickelt”, sagt er. St. Lukas sei auch in den Gemeinden angekommen.

Es gibt auch Rivalitäten

Erfolge gebe es beispielsweise bei der Arbeit des neuen Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates und in der gemeinsamen Kindergartenarbeit zu verzeichnen. „Dennoch sind Rivalitäten zwischen den Gemeinden zu spüren”, berichtet Irmtraud Kloock von der Caritas St. Anna in der Befragung. Sorgen bereitet auch die finanzielle Zukunft der Pfarre.

St. Lukas sei zunächst eine Art Verwaltungseinheit, die Gemeinden sollen erhalten bleiben, betonte der Ausschuss. Auch in Zukunft sollen die Menschen „vor Ort” Beheimatung und Identifikation finden. Gleichzeitig gelte es, durch gemeinsame Feiern und Veranstaltungen die Verwaltungseinheit St. Lukas mit Leben zu füllen. Das Gremium sieht diesen Prozess auf einem guten Weg.

Die Großpfarre biete auch Chancen. „Als St. Lukas fällt es uns leichter, die Kräfte zu bündeln”, findet Pfarrgemeinderat Karl Heinz Wolf. Das betreffe die Arbeit einzelner Gruppen, die nun zentral für Veranstaltungen und Aktivitäten werben können ebenso wie die finanzielle Situation. Das zweite Lukasjahr werde womöglich Veränderungen bringen, ging Pfarrer Ernst Stinkes auf die Kürzungen der Bistumsmittel für die kirchlichen Immobilien ein. Zu den Aufgaben des laufenden Jahres gehöre es, das Gebäudemanagement zu überdenken. „Das Heil der Menschen hängt nicht an den Gebäuden”, ist Pfarrer Josef Wolff überzeugt. Pläne für Verkäufe gebe es aber keine.