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Niederau: „Ein Generationenwechsel, der eher eine Seitwärtsbewegung ist“

Niederau : „Ein Generationenwechsel, der eher eine Seitwärtsbewegung ist“

Zwei Personalwechsel auf der einen und das 100-jährige Bestehen auf der anderen Seite prägten die Jahreshauptversammlung der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV).

Auf Schoss Burgau wurden die beiden Staffelstabübergaben beschlossen und verkündet: Auf Dr. Stephan Kufferath folgt Hans-Helmuth Schmidt, geschäftsführender Gesellschafter der Dürener CWS-Unternehmensgruppe, als neuer Vorsitzender des Verband. Ab dem 1. August übernimmt Dr. Stefan Cuypers, Geschäftsführer des Vereins Industrie-Wasser-Umweltschutz (IWU), auch das Amt des VIV-Geschäftsführers Hans-Harald Sowka, der in den Ruhestand geht.

Kufferath betonte, nach seinen 20 Jahren in diesem Ehrenamt sei es Zeit für eine Veränderung. Genau wie damals stünde auch jetzt ein Wechsel in der Geschäftsführung an. „Wir sollten diese Gelegenheit zur Erneuerung auch 2018 wieder nutzen.“ Mit Blick auf seinen bis auf zwei Monate gleichaltrigen Nachfolger scherzte der 59-Jährige: „Dieser Generationenwechsel ist eher eine Seitswärtsbewegung.“ Schmidt sei sein langjähriger Stellvertreter und Wunschkandidat gewesen, fügte er an. Genau wie sein eigener Vorgänger Heinrich August Schoeller wurde auch Stephan Kufferath von den Mitgliedern des Verbands zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

In seiner Festrede blickte er zurück auf den 14. November 1918. Unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkrieges schlossen sich Vertreter von 77 Unternehmen zu der „Vereinigung der Industriellen von Düren und Umgegend“ zusammen. Vier Jahre später umfasste die Vereinigung 207 Mitgliedsfirmen mit etwa 22.000 Arbeitnehmern. Diese Zahlen erreicht die VIV heute nicht mehr: aktuell sind es 150 Mitgliedsunternehmen mit 20.000 Beschäftigten.

„Die Bindungswirkung des Flächentarifvertrages ist nicht mehr so stark“, sagte Kufferath. Deshalb habe man den Verband organisatorisch, inhaltlich aber auch bezogen auf die Mitgliedschaft verändert. „Wir haben uns geöffnet für Unternehmen ohne Tarfibindung, nehmen auch Firmen aus den Bereichen Herstellung und Dienstleistung auf.“ Dabei gehöre der Flächentarif zu den erhaltenswerten sozialpolitischen Grundmustern unserer Gesellschaft.

Die großen Herausforderungen für die deutsche Industrie thematisierte Gastredner Arndt Günter Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW. Er kritisierte: „Die deutsche Energiepolitik macht mir Sorgen. Wir müssen aufpassen, dass NRW nicht zum Verlierer der Energiewende wird.“

(wel)