Schöffengericht in Düren: Ein Geflecht von Tricks und Vertuschungen

Schöffengericht in Düren : Ein Geflecht von Tricks und Vertuschungen

In das Visier der Finanz-Ermittler geraten sind zwei Männer aus Alsdorf, 52 und 35 Jahre alt, die sich derzeit vor dem Schöffengericht in Düren zu verantworten haben.

Zwischen August 2014 und Juli 2015 sollen sie in der Gemeinde Titz eine Bauunternehmung betrieben haben. Deren Mitarbeiter waren auf Baustellen in der gesamten Region eingesetzt. Unter anderem wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vor, in elf Fällen als Arbeitgeber Beiträge zur Sozialversicherung ihrer Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben. Laut Anklage beträgt die Schadenssumme etwas mehr als 113.000 Euro. Für den Vorwurf der Schwarzarbeit ist dies natürlich eine ziemlich große Hausnummer.

Die beiden ersten Zeugen des Verfahrens, ein Zollbeamter aus Aachen sowie ein Steuerfahnder aus Bonn, berichteten dem Gericht von ihren Ermittlungen. Sie sprachen in diesem Zusammenhang von einem Geflecht aus Scheinrechnungen und Vertuschungen, um bei den Abrechnungen zu tricksen. Die beiden Staatsdiener sprachen zudem von Durchsuchungen in Privatwohnungen und Geschäftsräumen sowie dabei sichergestellten Unterlagen und Geräten wie Notebook oder Handy.

Mehrfach seien in den Aufzeichnungen diverse Differenzen festgestellt worden. Der Zollbeamte sprach etwa über ein System der Geldwäsche durch so genannte Service-Unternehmen. Ohne konkrete Leistungen zu erbringen, stellten diese Scheinrechnungen aus und kassierten dafür eine Provision.

Der Verteidiger des 35 Jahre alten Angeklagten macht von Beginn an deutlich, dass sein Mandant lediglich Mitarbeiter des 52-Jährigen sei und allenfalls als Vorarbeiter oder Polier gegenüber anderen Mitarbeitern aufgetreten sei.

Von einer Tätigkeit als Geschäftsführer oder dergleichen könne also keine Rede sein. Dies bestätigten im Tenor drei weitere Zeugen, die vor allem die Situation auf den Baustellen beschrieben.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange will nun weitere Zeugen laden, um Klarheit über die Vorgänge zu bekommen. Der Prozess wird am 25. September ab 9.15 Uhr fortgesetzt. Falls notwendig, sind vorsorglich zwei weitere Termine für den Oktober festgelegt.

(hp.)