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Düren: Ein Friedhof als Zeugnis der jüdischen Kultur

Düren : Ein Friedhof als Zeugnis der jüdischen Kultur

Zwischen Binsfelder Straße und Danziger Straße verborgen liegt eines der letzten Zeugnisse jüdischer Kultur in Düren, der Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde in der Kreisstadt.

Hier fanden seit 1888 rund 290 Menschen die letzte Ruhe, nach jüdischem Ritus bis zum Ende der Zeiten.

Im Jahr 2000 wurde hier die letzte Familie begraben, inzwischen ist die Anlage geschlossen. Am Donnerstag feierte die Stadt zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und des Landesverbandes nach umfangreichen Sanierungsarbeiten die Fertigstellung des Projekts.

Auslöser für die Instandsetzung war ein Zwischenfall im Februar 2003, als in der Nacht ein knapp 30 Meter langes Teilstück der Längsmauer einstürzte und drei nebenan geparkte Autos unter sich begrub.

Mitursächlich war eine so genannte tektonische Störung, eine durch den Bergbau begünstigte Bewegung der Erdkruste. So erklärte sich Rheinbraun seinerzeit bereit, mit 30.000 Euro einen Teil der auf 80.000 Euro veranschlagten Gesamtkosten der Sanierung zu übernehmen. Den Rest steuerte das Land bei.

Neu gestaltet präsentierte sich am Donnerstag der Eingang an der Danziger Straße. Davidsterne zieren die runden Maueröffnungen. Das moderne Tor mit dem Siebenarmigen Leuchter im angedeuteten Strahlenkranz ist eine Arbeit des Kunstschmieds Tilmann Schmitten.

Die jüdische Gemeinde in Düren bestattete ihre Toten lange Zeit an der Arnoldsweiler Straße, damals außerhalb der Stadtmauern gelegen. Mit zunehmender Bebauung des Umfeldes wurde eine Verlegung notwendig, die schließlich 1888 erfolgte.

Auf dem Friedhof an der Danziger Straße erinnern seit 1950 Gedenksteine an die Opfer der Verfolgung und den in der Fremde verstorbenen Prediger Max Oppenheim. Auch wird hier zahlreicher Opfer des Holocaust gedacht. Die letzte Beerdigung fand 2000 statt, danach wurde der Friedhof geschlossen.

Die Anlage ist heute im Eigentum des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden. Deren Vorstandsmitglied Leonid Goldberg und Geschäftsführer Herbert Rubinstein nahmen am Donnerstag an der Feierstunde teil, die Bürgermeister Paul Larue mit einer Ansprache eröffnete.