Düren: Ein Blick in die Vergangenheit im Stadtmuseum

Düren: Ein Blick in die Vergangenheit im Stadtmuseum

Das Stadtmuseum Düren war gut gefüllt. Bernd Hahne, Vorsitzender des eingetragenen Vereins, hat vor den Teilnehmern der kostenlosen Führung an die Anfänge des Hauses erinnert: Im Jahr 2008 lief in Düren das Projekt „Bild der Fünfzigerjahre“ der alten Königspfalz Düren.

Mit Helfern aus der Geschichtswerkstatt und weiteren Interessenten organisierte Hahne, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt, im leerstehenden Bettenhaus Thiemonds eine Ausstellung, die mit Fotos, Kleidung, Architektur und Gebrauchsgegenständen einen Bildausschnitt dieses Nachkriegsjahrzehnts in Düren spiegelten.

Diese Ausstellung war so erfolgreich, dass einige Leute sich fragten, ob eine Präsentation, die von der Vergangenheit Dürens erzählt, nicht zu einer Dauereinrichtung werden könne. Schon im November 2009 gab es die erste Ausstellung. Danach wurde das jetzige Gebäude, ehemals eine Filiale der Sparkasse, frei. Im bescheidenen Rahmen, mit noch überschaubaren Objekten aller Art aus dem Werdegang Dürens, übernahm man die ersten Räume des Hauses.

Überschaubar ist dank der guten und intensiven Arbeit vieler Mitglieder, meist ehrenamtlich, die heutige Schau über drei Etagen geblieben. „Wir können nicht mehr erweitern“, sagte Bernd Hahne, „so dass wir über kurz oder lang eine neue Lösung — sprich eine größere Unterkunft — anstreben.“ Von dem mittlerweile auf 400 Mitglieder angewachsenen Verein sind regelmäßig 40 Männer und Frauen aktiv.

Kinder lernen Kompott kochen

Hauptamtliche Leiterin des Stadtmuseums ist Dr. Anne Krings. Sie machte die Besucher mit dem „HistoLab“ (Historischen Labor) bekannt. Hier steht eine alte Viererschulbank der Erstklässler der damaligen Volksschule. Spielzeuge, viele Jahrzehnte alt, regen die Neugier, an. An Elektroherden können die Kinder unter Anleitung Omas Kompott und Gemüse kochen. Obst und Gemüse werden natürlich beim Produzenten geholt. Die Kinder dürfen alles anfassen und ausprobieren.

Überhaupt ist die Kooperation zwischen dem Stadtmuseum, den Kitas und Grundschulen der Stadt sowie auch weiterführenden Schulen und Hochschulen sehr gut. „Wenn Kinder ins Museum kommen“, sagte Hahne, „geht für uns die Sonne auf. Ein frischer Wind weht durch die Räume.“

Im Keller, den ehemaligen Tresorräumen des Bankinstituts, ist das Reich von Fotografenmeister Tom Bursinsky. Der Fotograf demonstrierte, wie er die Gegenstände, die aus privaten, städtischen und staatlichen Beständen kommen, zunächst fotografiert und dann am Rechner bearbeitet, damit sie digitalisiert werden können. Auf derselben Etage warten auf Regalen der ehemaligen Firma „Weiser & Co.“ tausende Objekte auf weitere Katalogisierung. Stühle und Tische sind aufgereiht, noch gebrauchsfähig. Es sind Reste aus Auflösungen von Haushalten oder Möbelwechsel in Schulen und Rathäusern.

Kindergartenkinder und Grundschulkinder können im Stadtmuseum den Kulturführerschein erwerben. So erfahren die Kleinen etwas über die Entstehung der Annakirmes.

Schweigende Zeitzeugen

Besucher erfahren, wie die Stadt Düren nach Kriegsende entschuttet wurde. Eine Lore auf einer Schiene vor dem Gebäude ist eine der schweigenden Zeitzeugen. Mit ihr wurde der Schutt nach Burgau transportiert. Zeitzeugen werden befragt, damit junge Menschen wissen, wo sie herkommen, welche Hintergründe sie haben. Wer in seiner eigenen Ahnenforschung steckenbleibt, kann sich im Stadtmuseum Rat holen. Ehrenamtler betreuen während der Öffnungszeiten stundenweise die Besucher.

Eines war dem Vorstand wichtig: Der Verein ist ein eingetragener Verein auf privater Basis. Er wird durch die Beiträge seiner Mitglieder erhalten. Nur bei Sonderprojekten wird er durch Sponsorengelder unterstützt.