Düren: Ein bisschen Glück und viele laute Fans

Düren: Ein bisschen Glück und viele laute Fans

Die Zeiger der Uhren stehen auf einer halben Stunde vor Mitternacht. Nach langem Wettkampf ist es soweit - die Miss Annakirmes 2010 wird gekürt: Sie heißt Sabrina Rüttgers, ist 20 Jahre alt, Frisörin und kommt aus Langerwehe.

Nur hauchdünn, so wurde später bekannt, habe sie vor den anderen Kandidatinnen Faro Saidi, Andrea Wa-Tshibangu, Britta Franken und Tamara Neumann, gesiegt. Neben dem ersten Platz, verkündeten die Moderatoren Rolf Jansen und Rudi Schnitzler, gab es nur zweite Plätze. Die neu gekürte Miss erhielt einen Scheck über 600 Euro, die anderen Kandidatinnen immerhin noch je 100 Euro. Rudi Schnitzler relativierte den Geldgewinn: „Der allererste Preis ist ja wohl die Würde einer Dürener Miss Annakirmes für ein Jahr.”

Aus den ursprünglich sieben Kandidatinnen, die sich vor Wochen zur Misswahl angemeldet hatten, blieben zwischenzeitlich nur noch vier übrig, bis sich kurz vor Toresschluss eine fünfte dazugesellte. Allzu kurzfristige Meldungen sind nicht möglich, weil die jungen Frauen auf ihren Auftritt vorbereitet werden. Gabi Nork, die die Kandidatinnen jedes Jahr trainiert, berichtete überzeugend von den anstrengenden, aber auch lustigen Vorbereitungstreffen. Da wurden Schritte geübt, die Hüften in den richtigen Takt gebracht und ja, da musste auch die Sicherheit her, dass die Stimme am Tag der Entscheidung am Montagabend im Festzelt nicht versagt. Zusammen mit Mitgliedern des „Rock„n„Roll Club Düren” bestritten die Mädchen vor Tagen einen Wettkampf mit anderen Vereinen. Steine stemmen, Limbo tanzen, Knie beugen mit einer Dame auf dem Rücken, Schubkarren- und Luftballonrennen wurden gemeistert und am Schluss mit der Bronzemedaille belohnt.

Im Festzelt mussten die Frauen, teilweise unter ohrenbetäubendem Lärm, der viele Trommelfelle stark beanspruchte, Fragen rund um die drei deutschen Triumphe bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1990 beantworten. Moderator Rolf Jansen ging da mit aller Behutsamkeit vor, so dass alle Fragen richtig beantwortet werden konnten. Schön für das Auge: der Limbotanz. Da hieß es, sich beugen und Schreiten im Takt der Musik, ohne die Latte herunterzuwerfen und selbst auf die Bühnenbretter zu fallen. Wer gewinnt und wer verliert, das hängt bei einigen Wettbewerben am Zufall oder an der Fangemeinde. Hatte eine Bewerberin Pech und nur eine kleine Anhängerschaft, dann hielt sich der vom Phonmeter gemessene Geräuschpegel für die Ohren im erträglichen Bereich auf. Die Folge: eine geringe Punktzahl.

Auf der Jurybank saßen Paul Larue, Richard Müllejans, Hardy Hellbig, Gabi Nork und die scheidenden Miss Annakirmes Mirja Fuß. Larue bedankte sich bei ihr für ihr Engagement. Der frisch gebackenen Miss Annakirmes Sabrina Rüttgers („Ich freue mich sehr und bin stolz darauf, die Stadt Düren ein Jahr lang zu vertreten”) wünschte er für ihre Aufgabe viel Glück. Großen Dank zollte der Bürgermeister besonders den beiden Moderatoren, die von der Bühne her das Publikum mit eigenen Duetten dazu animierten, auf den Tischen zu tanzen.

Der Rock„n„Roll Club Düren wurde für seine teils akrobatischen Tanzeinlagen gefeiert, auf der kleinen Bühne für jeden Choreografen eine logistische Meisterleistung. Noch akrobatischer allerdings gestalteten sich die Ausschnitte aus einer Afrikashow, in der zwei Männer und eine Frau ihre Körper in dehn- und streckbare Gummiobjekte verwandelten. Die Brüder Saidi zeigten tolles Kickboxen, Johnny Sanders aus Düren ließ mit seiner sonoren Stimme Frauen und Männer von alten Zeiten träumen. Tänzerinnen der Tanzschule Kettner, Deutsche Meister im Videoclip-Dance, unter ihnen die scheidende Miss Mirja Fuß, zeigten neben vielen anderen Darbietungen den Tanz, der sie zu Meisterinnen gemacht hatte.