Düren: Ein besonderer Museumsdialog im Leopold-Hoesch-Museum

Düren: Ein besonderer Museumsdialog im Leopold-Hoesch-Museum

Hinter die Kunst, hinter die Bilder zu sehen: Das gelingt bei den Museumsdialogen in Dürens Leopold-Hoesch-Museum auf ganz unterschiedliche Weise. Aber es gelingt halt immer wieder.

Ein weiteres Beispiel, wie Hausherrin Dr. Renate Goldmann als Moderatorin Hintergründe öffnet und ausleuchtet, war das jüngste Gespräch, das mit der Malerin Alex Müller, die - in Düren geboren und jetzt in Berlin lebend - bis zum 19. Februar in der Ausstellung „Cassiopeia und der Alberich” ihr aus Gemälden, Installationen und Objekten gewobenes Schaffen vorstellt.

Der gut besuchte Dialog im Museumsladen bot jedoch mehr als nur erhellende Worte: Zugleich stellten Weiss und Dr. Goldmann den soeben fertiggestellten Katalog vor.

Gerade dieser Umstand entlockte der Museumschefin zu Beginn des Talks nicht zu verkennende Jubeltöne. Das sei jetzt „ein wunderschöner Anlass”, bekundete die Kunstexpertin unumwunden, und berichtete, der Band sei „am Mittag frisch eingetroffen”. Im Übrigen beginne jetzt „ein sehr besonderer Dialog”. Und das lag daran, dass das Gespräch nicht nur einen Wortwechsel über Kunst und Werke bot.

Vielmehr stellte Alex Müller Bilder aus ihrer Präsentation und Texte gegenüber, ein spannendes Doppel, denn die Texte waren nicht unbedingt zu ihren Schöpfungen geschrieben worden, schienen dieser aber auf nachgerade wunderbare Weise widerzuspiegeln - Zufall zwar, aber weder zufällig noch beliebig in der Wirkung.

Auf das Gegenüber von Bildender Kunst und Literatur folgte ein weiterer Dialog, den Gastgeberin und Künstlerin führten. Dabei bekannte Alex Müller angesichts von Neu- und Altbau des Leopold-Hoesch-Museums: „Hier fühle ich mich durchflutet von der Geschichte und mehreren Epochen.”

Die Faszinationskraft der in grünes oder blaues Neonlicht getauchten Schauräume, das Spiel der Farbe und ihres Verschwimmens auf dem textilen Untergrund: Das alles vermittelte sich den konzentrierten Zuhörern sehr sinnlich und ganz ohne überspannte intellektuelle Drahtseilakte, fesselnd und überzeugend zugleich.

„Cassiopeia” zum Beispiel hat Alex Müller nicht als Rückgriff auf die griechische Mythologie, sondern weil sie der Wortklang faszinierte, in den Titel aufgenommen. Nur ein Beispiel, dass das Publikum bei diesem Museumsdialog wirklich etwas erfahren konnte und hat.

Alex Müllers Ausstellung „Cassiopeia und der Alberich” ist noch bis zum 19. Februar im Leopold-Hoesch-Museum, Düren, Hoeschplatz 1, ? 02421/252561, zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr. Der Katalog kostet 19 Euro.

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