Eilanträge beim Gericht gegen Nicht-Zulassung zur Annakirmes

Eilanträge : Wieder begleiten Richter den Kirmesaufbau der Annakirmes

Während keine zwei Wochen vor Beginn der Annakirmes der Aufbau deutlich sichtbar Fahrt aufgenommen hat und fast stündlich Schausteller Düren erreichen, meldete sich am Montag wieder einmal das Verwaltungsgericht Aachen zu Wort.

Bei drei von vier Eilanträgen gegen die Nicht-Zulassung zur Annakirmes („Octopussy“, Ausschank-Karussell und Mobile Cocktailbar) verpflichtete die 3. Kammer die Stadt Düren wieder einmal dazu, die Auswahlentscheidung zu wiederholen. Nur der vierte Antrag, der der Firma „Nußkönig“ wurde abgewiesen. Zu den Gründen will sich das Gericht erst am Dienstag äußern, wenn auch die Verfahrensbeteiligten informiert sind.

Ob sich freilich an der Auswahlentscheidung noch einmal etwas ändert und Platzmeister Achim Greiff noch einmal den Lageplan anpassen muss, darf bezweifelt werden. Schon in den vergangenen beiden Jahren reichte es, dass der Ausschuss die Ablehnung der Kläger im zweiten Versuch ausführlicher begründete. Deshalb wurde vorsorglich für den morgigen Mittwoch bereits eine Sondersitzung des für die Platzvergabe zuständigen Steuerausschusses der Stadt terminiert, um zeitnah auf die nicht unerwarteten Beschlüsse der Aachener Richter reagieren zu können.

2017 und 2018 hatte das VG Aachen die Stadt verpflichtet, in seinerzeit acht beziehungsweise sieben Fällen neu zu entscheiden, weil die Auswahlentscheidungen des Ausschusses nicht hinreichend transparent waren und die Absagen unter einem Begründungsdefizit litten. Von einer ähnlichen oder gar gleichlautenden Begründung ist auch jetzt wieder ausgehen

Der „Schwarze Peter“ für die neuerliche Pleite vor Gericht dürfte wieder hin- und hergeschoben werden. Stadtsprecher Helmut Göddertz betonte am Montag, dass die Kirmesverwaltung nur die Ablehnungsgründe habe formulieren können, die im Dezember im Steuerausschuss genannt wurden. Einfach Begründungen aus früheren Nachvergabeverfahren zu übernehmen, wie es Valentin Veithen (Linke) aus Sicht der „Ampel“ im Vorfeld gefordert hatte, sei unzulässig. Jedes Mal müsse die Auswahl neu begründet werden, betonte Göddertz.

Am Montag wollte sich Platzmeister Achim Greiff eigentlich kurz vor Ort über den Aufbau der mobilen Toilettenanlage informieren, die den mittlerweile abgerissenen Altbau an der Feuerwache I ersetzt. In drei Containern, die optisch noch mit Kirmesmotiven verkleidet werden, haben die Besucher genauso viel Platz wie früher, aber mehr Komfort. Die mobile Lösung soll ab 2020 auch für die Feuerwache II (ehemalige Jugendverkehrsschule) zum Tragen kommen, auch die wird abgerissen, kündigt Greiff an.

Auf 2020 blickt auch Annakirmes-Urgestein Peter Loosen schon einmal voraus. Wie immer zählt der Aachener mit seinem Autoscooter zu den ersten, die auf dem Annakirmesplatz ihre Zelte aufschlagen; diesmal wohl letztmalig mit dem seit 35 Jahren bekannten Geschäft, auf dem Genrationen von Jugendlichen bereits Millionen von Kilometern zurückgelegt haben. „Ich habe bei einer belgischen Spezialfirma einen neuen Autoscooter bestellt“, berichtet Loosen sichtlich stolz auf den künftig neuesten Stand der Technik. Aber auch für dieses Jahr kündigt er noch etwas Neues an: sieben Wagen, die driften können – sicherlich eine Herausforderung für alle, die besonders cool wirken wollen.

Driften ist im Übrigen auch das Stichwort der ersten von zwei Achterbahnen, die diesmal auf der Annakirmes stehen werden. Die Firma Ahrend ist direkt aus Goslar angereist und quasi bereits fahrbereit. Andere Großattraktionen werden erst in der kommenden Woche erwartet. Das Europarad dreht sich noch bis Sonntag in Würzburg, der 80 Meter hohe „Sky Fall“ sogar noch bis 23. Juli in Ravensburg.

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