Hürtgenwald: „Ehrenpflicht“: 91-Jähriger Ex-US-Soldat zurück im Hürtgenwald

Hürtgenwald: „Ehrenpflicht“: 91-Jähriger Ex-US-Soldat zurück im Hürtgenwald

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs besuchte US-Veteran Paul Schumacher die Stätte des damaligen Grauens, die einstige Hölle von Hürtgenwald, der er lebend entkommen konnte. Der 91-jährige rüstige Veteran war am Sonntag vom Geschichtsverein mit Eifeler Gulaschsuppe mit 15 Gästen empfangen worden.

Beim Besuch der Ehrenfriedhöfe sagte Paul Schumacher: „Die Ehrung der gegnerischen Kriegsopfer ist für mich eine Ehrenpflicht.“

Er ist der Enkelsohn deutscher Einwanderer, wurde 1923 in den USA geboren und kam 1942 zur US-Army. Am 14. September 1944 betrat Paul Schumacher in Roetgen zum ersten Mal deutschen Boden mit seiner Einheit. Er war bei den Kämpfen in Lammersdorf, der Paustenbacher Höhe und Zweifall dabei. Im Dezember griff seine Einheit wieder bei den verlustreichen Kampfhandlungen im Hürtgenwald ein. Für Paul Schumacher endete der Krieg am 8. Mai 1945 in Dessau.

Gut 20 Jahre nach seiner Rückkehr in die Staaten lernte er junge deutsche Ingenieure kennen. Es folgten Veteranentreffen und Einladungen nach Europa. 1995 kam der Kontakt zu Albert Troisdorf aus Merode zustande, der dort die deutsch-amerikanischen Veteranen- und Friedenstreffen veranstaltete.

2013 wurden unter der Grableuchte am Windhund Mahnmal in Vossenack zwei 20 Dollar Banknoten gefunden. Schumachers süffisanter Kommentar dazu: „Ihr müsst öfter zu den Toten gehen, es lohnt sich.“

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