Duo Maingold im ausverkauften Haus der Stadt

Konzert des Duos Maingold : Ein beeindruckendes Zusammenspiel

Christina Bernard und Lea Marie Löffler treten als Duo Maingold im Rahmen der Dürener Industriekonzerte auf. Die beiden haben auch Überraschungen im Gepäck.

Den Startschuss für die 69. Spielzeit der Dürener Industriekonzerte gab das Duo Maingold im ausverkauften Haus der Stadt. Die beiden jungen Musikerinnen Christina Bernard (Saxophon) und Lea Maria Löffler (Harfe) spielten Werke von Camille Saint-Saëns, Christian Lauba, Gabriel Fauré, Claude Debussy, Paul Bonneau, Ida Gotkovsky, Maurice Ravel, Germaine Tailleferre und Jacques Ibert.

Bernard und Löffler, beide vom Deutschen Musikrat ausgezeichnet, eröffneten die neue Saison mit ausschließlich französischer Musik aus verschiedenen Epochen, teilweise vom Duo Maingold selbst für Saxophon und Harfe arrangiert.

Beeindruckend war das Zusammenspiel der beiden Musikerinnen, die es immer wieder schafften, die Raffinesse und Eleganz der Musik im Raum erklingen zu lassen. Sanft war das Saxophonspiel, feinsinnig und mehrstimmig die Harfe. Gemeinsam erschufen Maingold ein ganz besonderes Kammermusik-Erlebnis.

Aber auch solistisch überzeugten beide mit ihrem Spiel. Für eine Überraschung sorgte Christina Bernard mit der Auswahl des Stückes „Worksong“ von Christian Lauba, einem zeitgenössischen französischen Komponisten mit tunesischen Wurzeln, das das musikalische Hörvermögen der Gäste herausforderte. In seiner Étude Nr. 15 mischt er rhythmisch, melodisch und harmonisch unterschiedliche Schattierungen verschiedener Spieltechniken. Das gab der Saxophonistin die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen und Techniken wie Multiphonics (Mehrklang) und Slaptongue (eine schwierige Technik, bei der mit der Zunge geschnalzt wird und die das Saxophon wie ein Perkussion-Instrument klingen lässt) vorzuführen.

Die 1995 geborene Christina Bernard begann ihre Ausbildung zur Profi-Musikerin bereits mit 16 Jahren an der Hochschule für Musik Würzburg. Sie gewann zahlreiche nationale und internationale Preise und spielte schon mit vielen renommierten Ensembles. Die Saxophonistin ist Inhaberin gleich mehrerer Stipendien, darunter das der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Die 21-jährige Lea Maria Löffler entdeckte ihre Liebe zur Harfe im Alter von fünf Jahren. Auch sie studierte zunächst in Würzburg und konnte sich bereits im Zusammenspiel mit internationalen Orchestern beweisen. Auch Löffler hat sich mehrere renommierte Stipendien und Preise erspielt.

Gemeinsam sorgten Maingold für einen erstklassigen Beginn der nächsten Industriekonzerte-Saison. Der eingangs von Christina Bernard geäußerte Wunsch, dass sie sich freuen würde, dem einen oder anderen die Ohren für das klassische Saxophon, das ja ansonsten zu den Protagonisten des Jazz gehört, zu öffnen, dürfte sich an diesem Abend erfüllt haben. Vom Publikum wurden die beiden Musikerinnen mit lang anhaltendem Beifall belohnt.

(ah)