Düren: Dunkle Schrott-Klänge im „Komm“

Düren: Dunkle Schrott-Klänge im „Komm“

Gemütliche Hintergrundmusik ist anders: Die vier Bass-Saxofonisten der Band Deep Schrott füllten mit dem tiefen, raumgreifenden Klang ihrer Instrumente am Samstag beinahe jede Ecke im Keller des „Komm“.

Bei ihrem dritten Konzert im Dürener Kulturzentrum präsentierte die Formation vor vollem Haus ihr drittes Album „The Dark Side of Deep Schrott“. Was hinter diesem Albumtitel steckt, wurde den Zuhörern schnell klar. Die tiefen Töne der Bass-Blasmusiker transportieren dunkle, teilweise martialische Stimmungen ideal.

Seit der Gründung 2008 beschäftigt „die dunkle Seite der Macht“, wie die Musiker selbstironisch sagen, die Band. „Wir suchen das Dunkle in der Musik, das Dunkle im Menschen“, erklärt Andreas Kaling. Gemeinsam mit Wollie Kaiser, Jan Klare und Dirk Raulf bildet er Deep Schrott. Als Resultat dieser Suche greift das Quartett Stücke von Schubert und seinen Todesahnungen auf, wie es die Psychofilm-Musik von David Lynch verarbeitet.

Einmalig in der Welt

Ein großer Anteil der Lieder stammt ursprünglich aus dem Bereich Metal, von Bands wie Nirvana oder Metallica. Im Arrangement der Bass-Saxofone entfalten die Stücke dann eine ganz neue Wirkung. Diese ist durchaus einmalig, denn Deep Schrott verweist auf sich selbst als das „einzige Bass-Saxofon-Quartett der Welt“.

Während gerade die Kraft, das Tiefe und Grobe diese ungewöhnliche Zusammenstellung charakterisiert, überraschen auch die feinen Töne. Im Eindruck des ständigen Basses sind hier aber selbst die leisen Töne laut. Und so war am Samstagabend im „Komm“, auch wenn das Publikum gebannt schwieg, zu keiner Zeit die sprichwörtliche fallende Stecknadel zu hören.

(heb)
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