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Düren: Dürens Marktbeschicker sauer auf die Stadt

Düren : Dürens Marktbeschicker sauer auf die Stadt

Dürens Marktbeschicker sind empört. Der Zorn der Händler richtet sich gegen die Stadt, die in dieser Woche zum wiederholten Mal einen Markttag verlegt.

Diesmal müssen Salat, Gemüse, Geflügel und Obst einem mittelalterlichen Spektakel weichen. Am kommenden Samstag ist für die Verkaufsstände deshalb kein Platz.

Bernd Ungermann, der in der Stadtmitte dreimal wöchentlich Geflügel anbietet, ist sauer. Er beklagt beträchtliche Umsatzeinbußen, die sich in diesem Jahr schon auf mehr als 5000 Euro summierten.

„Zuerst war es der Trödelmarkt, der uns keinen Platz ließ, jetzt ist es das Mittelalter-Spektakel”, schimpft der Händler, der auf dem Markt als „Hühnerdieb” firmiert. Solche Einbußen könne er nicht akzeptieren, sagte Ungermann am Dienstag.

Auch viele seiner Kunden seien nicht mit der Verlegung auf Freitag einverstanden. „Da müssen die meisten Leute doch arbeiten”, gibt er zu bedenken. Der Samstag sei „durch nichts zu ersetzen”, beteuert auch Hubert Hintzen.

Als Vorsitzender des Fördervereins für den Wochenmarkt habe er bei der Stadt vergeblich gegen die Verlegung protestiert, sagt Hintzen. Ein Versorgungsmarkt sei schließlich wichtiger als mittelalterliches Flair: „Das kann man nicht essen.”

Hans-Georg Pohl aus Buir, dessen Familie den Wochenmarkt seit den Nachkriegsjahren beliefert, hält die getroffene Lösung gleichfalls für sehr unglücklich. Mit einem auf 12 Uhr verkürzten Wochenmarkt hätte man das Problem lösen können, meint der Landwirt, der auf logistische Proble hinweist: In der gegenwärtigen Wachstumsperiode müssen frische Produkte rasch abgesetzt werden. Da macht sich der fehlende Samstag, der viele Kunden in die Stadt lockt, bemerkbar.

Kunden teilen die Kritik der Händler. Marianne Hintzen, die hier regelmäßig ihren Bedarf an frischen Lebensmitteln deckt, ist empört. Sie habe schon bei den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung gegen die Verlegung von Markttagen protestiert, berichtet sie. Für dieses Jahr wars wohl vergeblich. Doch für die betroffenen Marktbeschicker ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.