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Düren: Dürener TV steigt in die Zweite Liga auf

Düren : Dürener TV steigt in die Zweite Liga auf

Vor dem letzten Rennen verkroch sie sich in ein ganz stilles Eckchen im Hallenbad Jesuitenhof: „Ich war sehr, sehr, sehr nervös”, gestand Martina Kersjes.

Doch die Anspannung wich mit dem Startschuss über die 100 Meter Freistil. Die 27-Jährige schwamm volle Pulle an: „Taktische Geplänkel gibt es bei dieser Sprintdistanz nicht”, erklärte sie. Höchstgeschwindigkeit, so lange die Kraft reicht.

Und sie reichte. Nach 1:00,76 Minuten schlug die Schwimmerin des Dürener Turnvereins an den Beckenrand - und der Jubel kannte keine Grenzen.

Mit ihrem Sieg hatte Martina Kersjes eindrucksvoll den Aufstieg der Gastgeberinnen aus der Oberliga West in die Zweite Bundesliga zementiert.

Tolle 22.007 Punkte standen schließlich für Linda Franck, Vera Niemeyer, Maren Roeb, Judith Stahnke, Aleksandra Szulinska, Maren Wolters, Nicole Wynands, Ulrike Nauta und Martina Kersjes zu Buche.

Die SG Gladbeck stieg noch mit 21.851 Punkte auf, die SG Essen verpasste als Dritter der fünf startenden Teams mit 21.636 Punkten den Sprung nach oben.

Als Drittplatzierte der Vorrunde des Deutschen Mannschaftswettbewerbes waren die Dürener Mädchen Samstag in heimischer Halle in den Endkampf gestartet.

Während des ganzen Tages wechselte die Führung, lag der DTV mal vorne, dann rutschte er wieder ab. Eifrigste Punktesammlerin war wieder einmal Maren Roeb mit 3952 Punkten bei ihren fünf Starts.

Doch auch die 504 Punkte von Ulrika Nauta trugen wesentlich zum Erfolg bei, denn: Seit Monaten hat die Medizinstudentin nicht mehr trainiert, sprang ein, als nach einem Fehlstart einer anderen Dürener Schwimmerin Trainer Michael Lichwald umdisponieren musste.

Ulrike Nauta, nur als Zuschauerin gekommen, eilte nach Hause, holte den Badeanzug und schwamm.

Die lupenreinen Amateurschwimmerinnen, die praktisch alle Kosten für Wettkämpfe oder Trainingslager aus der Vereins- oder eigenen Tasche bezahlen, haben jetzt nur ein Ziel, zumal sie das einzige Zweitliga-Team sind, dem nur eine 25-Meter-Bahn zur Verfügung steht: den Klassenerhalt. Trotzdem: Gestern war zunächst mal feiern angesagt.