Düren/Schmidt: Dürener TV hat sein Haus am See saniert

Düren/Schmidt: Dürener TV hat sein Haus am See saniert

Die Meinungen im Dürener Turnverein (DTV) gingen auseinander. Die einen wollten das sanierungsbedürftige Heinrich-Contzen-Haus unterhalb von Schmidt vor einigen Jahren verkaufen, die anderen wollten es baulich auf einen neuen Stand bringen.

„Die Sanierung war tatsächlich im Verein nicht unumstritten, letztlich setzte sich die Jugend durch, und die war für den Erhalt und die Sanierung der Immobilie“, berichtet Helga Eichel, die Geschäftsführerin des rund 3700 Mitglieder zählenden Vereins, von denen rund 1800 unter 18 Jahre alt sind.

Das Heinrich-Contzen-Haus liegt etwas versteckt, dafür traumhaft schön in einem Waldstück hoch über dem Rursee. Im vergangenen Jahr wurde es von den Mitgliedern des DTV unter der Bauleitung von Ulrich Funken kernsaniert. Sämtliche Abteilungen fassten mit an, die Wasserballjugend räumte das Gelände um das Haus herum auf. Die Heizung des Gebäudes wurde erneuert, Stützen im Haus neu eingezogen, Decken abgehangen, die energetische Ertüchtigung vorgenommen und ein neuer Fußboden verlegt. Auch die Biokläranlage erfuhr eine Sanierung und entspricht jetzt wieder den Anforderungen der Umweltbehörden. Inzwischen stehen im Selbstversorgerhaus 27 Betten bereit, verteilt auf sechs Zimmer.

Die Zimmer tragen ortstypische Namen wie beispielsweise „In der Trift“, „In der Klaus“, „Im soure Pütz“, „Liebesinsel“ und „Eschauel“. Es gibt eine moderne Küche, ein Kaminzimmer und einen großen Wintergarten mit Blick auf den See, der als Ess- und Aufenthaltsraum dient. Hinzu kommt eine große Terrasse. Der Verein stemmte die Sanierung aus eigenen finanziellen Mitteln und steuerte Eigenleistungen hinzu, die einem Wert von mindestens 100.000 Euro entsprechen. Eichel: „Das Haus wird inzwischen sehr gut angenommen und gerne in erster Linie von Gruppen gebucht, der Aufwand hat sich wirklich gelohnt.“

Erbaut in den 1930er Jahren

Die Nutzer des Hauses müssen nicht zwingend Mitglieder des DTV sein. Wie die 57-Jährige berichtet, wurde das Haus in den 1930er Jahren zunächst eingeschossig in erster Linie von Mitgliedern der Kanuabteilung errichtet. Eichel: „Damals rechneten die DTV-Mitglieder damit, dass das Seeufer bis an das Haus heranreichen würde.“ Dies geschah jedoch nicht, denn das Seeufer stagnierte ein gutes Stück weiter unterhalb, wo es auch heute noch zu finden ist. Zum Heinrich-Contzen-Haus gehören am Ufer ein Bootshaus und zwei Stege, an denen rund 30 Boote festgemacht werden können. In den ersten Jahrzehnten gab es im Haus nur einen Frauen- und einen Männerschlafsaal. Benannt wurde das Haus nach einem früheren Vorsitzenden.

In den 1950er Jahren wurde das Obergeschoss dem Haus hinzugefügt. Helga Eichel, die seit Kindesbeinen dem DTV angehört, erinnert sich: „Wanderungen führten früher häufig zum Heinrich-Contzen-Haus. Da konnten wir durch den Wald laufen, ohne, dass immer einer hinterherkam. Der Ort war und ist für mich heute noch ein Sinnbild für absolute Freiheit.“

Bis 2014 verwaltete viele Jahre lang Marion Zimmermann das Haus, inzwischen hat sie den Stab an Inge Stiel weitergegeben. Weitere Informationen zum Heinrich-Contzen-Haus und zu den Nutzungsbedingungen gibt es unter www.duerenertv.de.