Düren: „Dürener Talk“ des Lions Club Marcodurum

Düren : „Dürener Talk“ des Lions Club Marcodurum

Wenn der Lions Club Marcodurum zum „Dürener Talk“ einlädt, dann begrüßen Prof. Herbert Schmidt und Jürgen Roßkamp traditionell „Dürener Köpfe“. Von dieser Regel wichen sie in diesem Jahr ab, denn neben den Einheimischen Peter Borsdorff, Prof. Christian Franken und Stefan Knodel vervollständigte der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma das Quartett auf den Sesseln.

Schmidt schlug vor, Düren zumindest während des Abends einfach als 87. Kölner Stadtteil zu sehen. Der frischgebackene Träger des Papiermacherordens der Närrischen Norddürener lobte den Veranstaltungsort im Winkelsaal von Schloss Burgau als ein „seltenes Kleinod“.

Der Schlicher Christian Franken, seines Zeichens Vorstand der Versandapotheke „Doc Morris“, berichtete von den Anfängen dieses erfolgreichen Unternehmens mit Sitz im grenzüberschreitenden European Science and Business Park Avantis zwischen Aachen und Heerlen. Der Name sei übrigens entstanden, weil man das „Doc“ für Doktor als sinnvoll für eine Apotheke erachtet habe, während das „Morris“ dazugekommen sei, weil einer der beiden Gründer ein Auto dieser Marke fuhr.

Stipendiaten aus aller Welt

Stefan Knodel, als Mitarbeiter von „Düren Kultur“ im Winkelsaal gewissermaßen Hausherr, erzählte von dem anderen bekannten Haus, das ihm am Herzen liege. Als Geschäftsführer des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich erinnerte er sich daran, wie nach dem Tod des Nobelpreisträgers die Idee der heutigen Nutzung aufkam und erste Kontakte zur Familie Böll entstanden.

„Das war bei der Einweihung der Heinrich-Böll-Gesamtschule, als wir erste persönliche Gespräche führen konnten.“ Unter den zahlreichen Stipendiaten aus aller Welt, die seitdem in dem Haus wohnen und arbeiten konnten, hat ihn vor allem Kaca Celan beeindruckt, die später eine Theaterschule auf Schloss Burgau gründete.

Peter Borsdorff erwähnte noch einmal, wie seine erfolgreiche Aktion „Running for Kids“ entstanden ist und dass ein Bollerwagen auf Gummirädern die erste Spende war, für die er gelaufen ist. Er hatte gehört, dass ein Kindergarten für behinderte Kinder dieses Teil benötigte und angefangen, Spenden zu sammeln.

Als er nach kurzer Zeit 1000 Mark zusammen hatte, beschloss er, auf diesem Wege weiter zu machen. Bis heute sind so über 1,8 Millionen Euro zusammengekommen. Auch Fritz Schramma konnte Ähnliches erzählen. Er arbeitet seit Jahren gemeinsam mit seiner Frau sehr engagiert bei der Opferhilfe Köln.

In der Schlussrunde sollte Peter Borsdorff sich einen der anderen Gäste aussuchen, den er gerne beim nächsten Peter-und-Paul-Lauf dabei hätte. Als seine Wahl auf Christian Franken fiel, bot sich Fritz Schramma spontan an, an diesem Tag den Startschuss zu geben. So werden sich die sechs Herren wohl am 22. Juni auf der Jahn-Kampfbahn wiedersehen.

Mehr von Aachener Zeitung