Dürener soll Freundin zur Prostitution gezwungen haben

Von: Wolfgang Schumacher
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Ein 28-jähriger ehemaliger Shisha-Bar-Betreiber aus Düren steht vor Gericht. Er soll seine Partnerin mehrfach brutal geschlagen haben. Symbolbild: dpa

Düren/Aachen. Die Vorwürfe gegen einen 28 Jahre alten, ehemaligen Betreiber einer Sisha-Bar aus Düren, wiegen schwer: Als die Sache mit der Gastronomie nicht mehr so richtig gelaufen sei und das Geld knapp wurde, habe Seyhmus B. laut Anklage beschlossen, seine Freundin als Prostituierte loszuschicken.

Er habe sie dann im Jahr 2009 zunächst nahe Frankfurt am Main in einen einschlägigen Saunaclub gesteckt. Als sie dort auf der Stelle wieder weg wollte, soll er sie bestraft und brutal geschlagen haben, heißt es in der Anklageschrift.

Das habe er bereits zuvor getan, berichtete die ehemalige Kellnerin (30) im Zeugenstand. Als sie sich im Jahr 2008 kennenlernten, sei noch alles „nett“ gewesen.

Krankenhausreif geschlagen

Das habe sich schnell geändert, als sie zufällig mit einem alten Bekannten in der Innenstadt sprach und er das erfuhr. Da habe er sie in der eigenen Shisha-Bar krankenhausreif geschlagen. Vor den Augen eines Freundes habe sie seine Füße küssen müssen, brachte die Frau unter Tränen im Zeugenstand hervor. Dann habe er sie in Übach-Palenberg in einen Sex-Club gesteckt, habe jedoch selbst dort eifersüchtig über sie gewacht. Und er habe sie eben immer wieder geschlagen.

Nach der rund ein Jahr andauernden Phase in dem Sex-Club habe er auf ihren Namen die Shisha-Bar wieder eröffnet, sie arbeitete als Kellnerin. Auch dort, so bestätigte sie die Anklageschrift, sei sie im Keller immer wieder geschlagen worden. 2012 reichte es ihr, sie zog weg zu ihren Eltern – damals nicht wissend, dass sie vom Angeklagten schwanger war. Als das Kind dann 2013 geboren war, ging der Terror weiter. Er habe sie und die Eltern massiv bedroht, sogar mit dem Tod, obwohl sie ihm immer wieder Zugang zu dem Mädchen verschaffte. Angeklagt sind in diesem Fall die Tatbestände schwerer Menschenhandel, Zuhälterei, Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung.

Rechtsanwalt Christian Franz aus Eschweiler hatte vor der 1. Großen Strafkammer zunächst erklärt, sein Mandant habe keine richtige Möglichkeit bekommen, sich hinreichend zu verteidigen. Die Anklageschrift sei nicht genau genug, sagte der Anwalt, die Tat-Art sowie Ort und Zeit seien nicht ausreichend genau zu identifizieren, deswegen müsse die Anklage sofort abgewiesen werden. Die Kammer unter der Vorsitzenden Richterin Regina Böhme, folgte dem nicht und wies die Vorwürfe zurück.

Der Prozess wird am 9. September im Aachener Landgericht fortgesetzt.

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