Dürener Schüler beschäftigen sich mit Ressourcen

Wasser, Benzin, Lebensmittel : Dürener Schüler beschäftigen sich mit Ressourcen

„Wer hat heute Morgen schon Ressourcen verbraucht?“, fragt Moderator Stefan Simonis in die Runde der Schülerinnen und Schüler des Nelly-Pütz-Berufskollegs. Eine Handvoll Hände gehen in die Luft. „Wer hat heute noch gar keine Ressourcen verbraucht?“, hakt er nach. Es herrscht Verunsicherung, ein paar wenige zeigen auf.

„Was sind denn eigentlich Ressourcen?“, fragt er schließlich. Langsam wird klar, worum es an diesem Tag gehen soll.

Wasser, Benzin, Lebensmittel — all das sind diese Ressourcen, die wir jeden Tag ohne groß darüber nachzudenken nutzen – So selbstverständlich, dass wir nicht einmal sofort sicher sind, dass wir tatsächlich so früh am Morgen schon welche verbraucht haben.

Hört man über den Klimawandel und die Rohstoffknappheit in den Nachrichten oder im Schulunterricht mag schnell der Eindruck entstehen, dass diese Probleme nur Politiker oder Industrieriesen etwas angehen. Über diese große Problematik aber auch darüber was der einzelne tun kann möchte die Kampagne „REdUSE — Über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde“ aufklären. Mit zwei Teams sind die Mitarbeiter des europäischen Projektes deshalb in dieser Woche an vielen Schulen in der Region unterwegs und versuchen ein Bewusstsein für Europas Ressourcenkonsum und dessen negative Auswirkungen an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen.

Am Nelly-Pütz-Berufskolleg fanden gleich drei Vortragsrunden von jeweils zwei Stunden statt. Auf einen kurzen Einführungsvortrag von Stefan Simonis folgte ein Film, der die Thematik anschaulich darlegte. In der letzten Stunde sollte vor allem diskutiert werden, aber auch praktische Tipps, wie man selbst etwas tun kann, wurden vermittelt. „Es geht ja eben nicht nur darum ein Bewusstsein zu schaffen“, sagt Simonis. „Viele werden hier rausgehen und über die Thematik Bescheid wissen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie auch etwas an ihrem eigenen Konsumverhalten ändern. Deshalb ist es wichtig auch praxisnahe Tipps zu geben.“

Kleidertausch-Parties seien zum Beispiel eine gute Möglichkeit nie getragene Kleidungsstücke weiter zu nutzen und nicht immer wieder neu produzierte Ware zu kaufen. Auch so genannte „Repair-Cafés“, in denen kaputte Gegenstände in einer Art Selbsthilfewerkstatt wieder in Schuss gebracht statt weggeworfen werden, seien eine gute Möglichkeit im Kleinen etwas zu tun.

Bei den Schülern schien die Botschaft jedenfalls angekommen zu sein. „Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der wir dazu angehalten werden immer weiter zu konsumieren“, stellt ein Schüler in der Diskussion fest und einige nehmen sich vor auch mal wieder öfter mit dem Rad zur Schule zu kommen. Viele holten sich nach der Veranstaltung außerdem noch Materialien zum Thema ab – natürlich gedruckt auf Recyclingpapier. Noch mehr Informationen zu der Thematik des ökologischen Fußabdruckes gibt es zum Beispiel unter plattform-footprint.de.

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