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Schulmaterial-Spendenprojekt: „Dürener Ranzen“ will auch ukrainischen Kindern helfen

Schulmaterial-Spendenprojekt : „Dürener Ranzen“ will auch ukrainischen Kindern helfen

Das Projekt „Dürener Ranzen“ beim Freiwilligenzentrum Düren, das Schulmaterial für bedürftige Familien beschafft, existiert seit 15 Jahren. Durch die Ukraine-Flüchtlingskrise steht es vor einer Herausforderung.

Auch die Kinder aus der Ukraine, die wegen des Krieges flüchten mussten, benötigen nun Unterstützung. Natürlich wolle man auch diese Kinder mit allen notwendigen Schulmaterialien, Schulranzen und -rucksäcken versorgen. Gerne nimmt das Freiwilligenzentrum (FWZ) dafür gut erhaltene Schulranzen für Jungen und Mädchen entgegen. Zum Glück war es möglich, auch 2021 das Projekt ehrenamtlich fortzuführen und damit viele Kinder und Jugendliche mit Schulranzen, Rucksäcken, Sporttaschen und dem notwendigen Schulmaterial auszustatten.

Mehrere Hundert finanzschwache Familien nehmen jährlich das Angebot wahr. Natürlich musste auch hier auf die geltenden Corona-Vorschriften geachtet werden. Aber da für die Auswahl von Ranzen, Rucksäcken und Sporttaschen schon seit langem individuelle Termine vergeben werden, war das kein Problem. Die Nachfrage nach Schulranzensets für Erstklässler war erstmals so hoch, dass Ranzen nachgekauft werden mussten, damit auch das letzte Kind noch eine Auswahl treffen konnte.

Auch während der Hauptausgabezeit in den Sommerferien werden immer Termine vereinbart, da die benötigten Sachen jeweils anhand von individuellen Listen zusammengestellt werden müssen. Jeder, der für seine Kinder schon einmal die gesamte Materialliste abgearbeitet – sprich eingekauft – hat, weiß, wie zeitintensiv und kostspielig das ist. Wenn in einer Familie gleich mehrere Kinder alle Schulmaterialien benötigen, sind einige Familien damit sogar überfordert und dankbar, dass es die Hilfe durch das Projekt gibt.

Aber was wäre das Projekt ohne die zahlreichen Spenden? Es könnte einfach nicht existieren. Deshalb bedankt sich das FWZ an dieser Stelle ganz herzlich. Und natürlich bei den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, ohne die das Projekt undenkbar wäre. 

2021 durften die freiwilligen Helfer wieder Ranzen der Klassen 5 in der Bischöflichen St.-Angela-Schule entgegennehmen. Genauso wie von der „Regional-Initiative-Dürener-Zahnärzte“ (RIDZ), die das Projekt seit vielen Jahren ebenso finanziell unterstützt wie die RKP-Stiftung, Firmen und viele Privatpersonen. Auf die Frage, ob die Schulmittelpauschale über das Bildungs- und Teilhabepaket nicht ausreichend wäre, reagieren die Ehrenamtler vom Freiwilligenzentrum mit einem Kopfschütteln. Hier stehen den Familien jeweils im August 100 Euro und im Februar 50 Euro für ihre schulpflichtigen Kinder zur Verfügung.

Doch allein für ein Ranzenset für Erstklässler werden 200 bis 300 Euro fällig. Mit etwas Glück findet man ein Auslaufmodell für etwa 100 bis 150 Euro. Dann hat das Kind zwar einen Schulranzen mit Turnbeutel und Mäppchen, aber kein Schulmaterial. Auch dieses kostet für Grundschulkinder mindestens 50 bis 60 Euro, für Trinkflasche, Brotdose und Frühstücksdeckchen fallen zusätzlich rund 25 Euro an. Dazu kommen Kosten für Sport- und Schwimmsachen. Nur mit der Unterstützung durch den „Dürener Ranzen“ kommen die Familien mit der Schulmittelpauschale eben so zurecht. 

(red)