Düren: Dürener Prinzenpaar: „Erfahrungen, von denen man ein ganzes Leben zehrt“

Düren : Dürener Prinzenpaar: „Erfahrungen, von denen man ein ganzes Leben zehrt“

„Es war kurz und knackig, aber unglaublich schön.“ Jürgen Außem beschreibt mit einem Satz, die gut 100 Tage, die hinter ihm liegen. Der Metallbauer und seine Frau Melanie werden als Prinz Jürgen I. und Prinzessin Melanie I. in die Geschichte des Dürener Karnevals eingehen — und die beiden haben nicht eine Sekunde bereut.

„Die Wochen war schon sehr anstrengend“, erzählt die Prinzessin, die morgen ihren silbernen Fächer endgültig abgeben muss. Vor allem der Samstag vor Karnevel sei ein sehr harter Tag gewesen. „Da waren wir von 9.30 bis 1.30 Uhr unterwegs. Das war wirklich hart. Gleichzeitig hat es aber auch unglaublich viel Spaß gemacht.“ Gefragt nach ihrem schönsten Erlebnis in der kurzen Session, schütteln Melanie und Jürgen Außem den Kopf. Mehr als 120 Auftritte haben die Dürener Narrenherrscher absolviert, einen besonders hervorheben möchten sie aber nicht. „Natürlich war unsere Inthronisation unglaublich toll“, sagt Melanie Außem. „Aber jede Veranstaltung, die wir besuchen durften, hatte etwas Außergewöhnliches.“ Di

e großen Sitzungen im Haus der Stadt hätten genau so viel Flair wie die Veranstaltungen in Senioren- und Behinderteneinrichtungen. „Wenn man gesehen hat, wie sich die Menschen dort über unseren Besuch gefreut haben, ist uns schon ganz warm ums Herz geworden. Es war einfach eine rundum gelungene Zeit.“ Ohne Zweifel war der Umzug am Orchideensonntag einer der emotionalsten Momente der Session. Melanie Außem: „Weil wir uns darauf so sehr gefreut haben. Aber auch, weil wir wussten, dass der Dürener Zug eigentlich der Abschluss unserer Session ist.“

Natürlich, ergänzt Ehemann Jürgen, habe er sich vorher viele Gedanken um seine Session als Karnevalsprinz gemacht. „Ich habe auch versucht, mir vorzustellen, wie es sein wird“, ergänzt der 48-Jährige. „Aber man kann sich das einfach nicht vorstellen. Prinz zu sein ist besser als jede Vorstellung.“

Heute zur Nubbelverbrennung

Gestern haben sich Melanie und Jürgen Außem selbst einige Züge am Straßenrand angeschaut und als „ganz normale Jecke“ gefeiert. „Und abends haben wir in der Wagenbauhalle den Prinzenwagen aufgeräumt“, sagt Melanie Außem und lacht. „Heute kommt noch die Nubbelverbrennung, und danach machen wir vielleicht ein paar Tage Urlaub. Wir denken jedenfalls darüber nach.“

Für seinen Nachfolger im Amt des Dürener Karnevalsprinzen hat Jürgen Außem eigentlich nur einen Rat parat: „Jeden Augenblick genießen! Alles, was man als Prinz erlebt, erlebt man nur einmal in seinem Leben. Das sind Erfahrungen, von denen man sein ganzes Leben zehren kann.“

Dass er seine Zeit als Prinz vermissen wird, glaubt Jürgen Außem nicht. „Ich werde sehr oft daran zurückdenken. Aber genau so wie ich vor meiner Zeit als Prinz schon im Karneval aktiv war, werde ich das auch weiterhin sein. Und auch viele der Menschen wiedertreffen, die in meiner Prinzen-Session mit von der Partie waren.“

(kin)
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