Düren: Dürener Museen: Über neue Leitung soll im März entschieden werden

Düren: Dürener Museen: Über neue Leitung soll im März entschieden werden

Wenn die Vorsitzende des Dürener Kulturausschusses, Verena Schloemer, in der Vorweihnachtszeit einen politisch frommen Wunsch äußert, ist das eher ein zeitlicher Zufall. Bis Dienstag können noch Bewerbungen für die Leitung der beiden Dürener Museen abgegeben werden.

Und der Wunsch von Verena Schloemer ist nachvollziehbar: „Ich wünsche mir, dass wir Bewerber auswählen, von denen wir alle zu 100 Prozent überzeugt sind und wo es nicht mehr wichtig ist, ob es nun x oder y wird. Am liebsten wäre mir eine einmütige Entscheidung.“

Nach dem Abtritt von Dr. Renate Goldmann soll ein Neuanfang her und der soll möglichst nicht zu politischen Zerwürfnissen führen — schon der Streit um die inhaltliche Ausrichtung der Museen im Sommer hat der Reputation der Museen nicht gut getan. Also hat die Stadt das externe Büro „Kulturexperten“ aus Essen mit der Suche beauftragt. „Die werden eine erste Vorauswahl treffen. Danach beschäftigt sich eine Kommission aus Fachleuten mit den Vorschlägen“, erklärt Schloemer. Sie selbst gehört dieser Kommission als Kulturausschussvorsitzende an, ebenso Bürgermeister Paul Larue als zuständiger Dezernent.

Zu den Fachleuten gehören ansonsten unter anderem die Stifter und Mitglieder des Museumsvereins. Weil aber letztlich der Rat über die Stellenbesetzung entscheiden wird, werden sich die ausgesuchten Kandidaten auch in einer Runde mit den Fraktionsvorsitzenden plus je einem weiteren Mitglied aus dem Kulturausschuss vorstellen müssen.

Ganz glücklich ist der Zeitpunkt der Stellenausschreibung nicht. Schon Renate Goldmann musste zu ihrem Dienstantritt ein fertig konzeptioniertes neues Hoesch-Museum übernehmen. Auch die neue Museumsleitung wird bei ihrem Dienstantritt ein neues Haus vorfinden — das auch inhaltlich neugestaltete Papiermuseum. Gerade hier wünscht sich Schloemer besondere Akzente: „Das Thema Papier sollte wieder verstärkt in den Fokus gerückt werden“, wünscht sie sich.

„Vielleicht kann man auch die Papierbiennale wieder aufleben lassen.“ Die einzustellen, sei vielleicht ein Fehler gewesen, sagt Schloemer vorsichtig. Deutlicher ist sie bei ihren Erwartungen an anderer Stelle: „Wir brauchen eine Museumsleitung, die die Dürener Bürger mehr im Blick hat, die sich mehr in der Stadt bewegt, Kontakte zu anderen Kulturbetrieben in Düren knüpft“, fordert Verena Schloemer.

Wie „ticken“ die Dürener?

Das kann man durchaus als Kritikpunkt an Goldmann verstehen, die sich damit stets schwer getan hat. Wie die Dürener „ticken“, ist ihr bis zum Schluss fremd geblieben, die Zusammenarbeit mit anderen Kulturbetrieben lief eher auf Sparflamme. „Vielleicht“, sagt Schloemer, „weil da Persönlichkeiten aufeinandergeprallt sind, die nicht einfach sind.“ Dabei hat die Kulturausschussvorsitzende nach eigenem Bekunden bis zum Schluss sehr gut mit Frau Goldmann zusammengearbeitet: „Fachlich war sie richtig gut, sehr kompetent und sie hat hervorragende Ausstellungen auf den Weg gebracht.“ Schloemer wünscht sich, dass die neue Museumsleitung daran anknüpft.

Gerade wegen der sommerlichen Diskussion um die inhaltliche Ausrichtung, die stets mit der Frage der Besucherzahlen verknüpft war, warnt Schloemer vor einem „Mainstream-Museum“ und hat ein gutes Beispiel dafür parat, dass es manchmal reichen könne, die Inhalte nur besser zu verkaufen. „Die Titel der Ausstellungen waren sehr oft sehr abgehoben — auch bei der hervorragenden Ausstellung zur Provenienzforschung. Hätte man diese Ausstellung eher unter dem Begriff Nazi-Raubkunst beworben, wäre sie sicherlich viel erfolgreicher gewesen“, ist sie fest überzeugt.

„Museen danach auszurichten, dass Ausstellungen viele Menschen anziehen, halte ich für schwierig. Das Hoesch-Museum ist ein Haus, das sich mit Gegenwartskunst auseinandersetzt und dafür sehr bekannt ist.“ Das, sagt Schloemer, müsse auch so bleiben, weil es sonst seine Reputation verspielen könne.

Bleibt es bei dem vorgesehenen Zeitplan, soll die Nachfolge am 21. März im Stadtrat entschieden sein. Zur Eröffnung des Papiermuseums im September, das eine Woche lang mit Programm gefeiert werden soll, könnte die neue Leitung dann schon ihren Dienst angetreten haben.