Düren/Dietikon: Dürener Delegation besucht Schweizer Orgel-Werkstatt

Düren/Dietikon: Dürener Delegation besucht Schweizer Orgel-Werkstatt

Der Anfangsbuchstabe D ist schon mal das Erste, das Düren und die 23.000-Einwohner-Stadt Dietikon bei Zürich gemeinsam haben. Aber es gibt noch einen weiteren Nenner, auf den die Deutschen und die Endgenossen gemeinsam kommen.

Unweit der Schweizer Bankenmetropole entsteht derzeit in den Werkstätten der Firma Metzler die neue Orgel für die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Anna im Herzen der Kreisstadt. Kantor Hans-Josef Loevenich, Pfarrer Hans-Otto von Danwitz und andere Interessierte haben sich bei einem Besuch vor Ort jetzt vom Fortgang der Arbeiten überzeugt.

Metzler, der Betrieb aus Dietikon, zeigt seine Meisterschaft - die Besucher aus Düren haben es deutlich spüren können - mit einer gewissen Tiefstapelei. Denn an der Zürcherstrasse unweit des Bahnhofs von Dietikon, verrät außer dem Namenszug auf der grün getünchten Fassade nichts, dass hier die „Königin der Instrumente” auf einem Qualitätsstandard gefertigt wird, der nicht nur in der ganzen Schweiz, sondern auch im gesamten deutschen Sprachraum geschätzt wird. Im Freiburger Münster, in Stuttgart, Südtirol und Montreux: Überall wurden in den vergangenen Jahren Metzler-Orgeln eingebaut.

Mit ihrem Projekt für Düren gehen die Gebrüder Andreas und Mathias Metzler, die den Betrieb mit verteilten Aufgaben - der eine sorgt für das Handwerkliche, der andere für die kaufmännische Seite des Geschäfts - ungewöhnlich weit, was die Entfernung zwischen Herstellungsbetrieb und Bestimmungsort betrifft. Aber dafür gehen sie und ihre rund 20 Mitarbeiter mit einer nachgerade besessenen Detailgenauigkeit ans Werk, die sich selbst in der Eidgenossenschaft nur noch in den Uhrenmanufakturen rund um La-Chaux-de-Fonds findet.

Das alles entscheidende Datum steht den Spezialisten dabei klar vor Augen: Am 21. März 2010 soll sie eingeweiht werden, die neue Orgel von St. Anna zu Düren. Auch wann das erste Team aus der Schweiz in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Hand anlegen soll, steht fest: Um den 18. Januar werden sie wohl anfangen, die Metzlers und ihr Team.

Bis dahin lassen sie sich nichts, aber auch gar nichts aus der Hand nehmen. Denn die Orgelbauer fertigen alles, aber auch wirklich alles in eigener Regie.

Was den Auftrag aus Düren, der nach Angaben von Kantor Loevenich rund 900.000 Euro schwer ist, betrifft, so haben sich die Metzlers und ihre allesamt erfahrenen Mitarbeiter längst frisch ans Werk gemacht. Im Montagesaal wird das Orgelgehäuse zusammengebaut und verschafft den Betrachtern einen ersten Eindruck von den Größenverhältnissen. Doch wie so oft, so trügt auch dieses Bild: Was übermannsgroß die Besucher durch seine Ausmaße in den Bann schlägt, zeigt dennoch nicht das Instrument in seiner kompletten Größe, sondern nur dessen oberen Aufsatz.

Bedächtig und in aller Ruhe, so wie das Schwyzerdütsch gesprochen wird, wächst eines der wohl ehrgeizigsten Projekte Dürens seiner Vollendung entgegen, derweil Züge und Lkw draußen für die Begleitakkorde sorgen. Der Musikfreund darf sich sicher sein: Es wird etwas Großes. Kirchenmusiker Hans-Josef Loevenich kann jedenfalls seine Vorfreude schon jetzt kaum noch unterdrücken: „Das ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag”, jubiliert der Kantor und kann es eigentlich kaum noch erwarten. Die Zeit bis zum 21. März 2010 - da dauert nicht nur für ihn jeder Tag dazwischen zu lang.

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