Düren: Dürener CDU trauert um den langjährigen Politiker Rolf Delhougne

Düren: Dürener CDU trauert um den langjährigen Politiker Rolf Delhougne

Ideenreich engagiert, umtriebig: Rolf Delhougne gehörte zu der Sorte Kommunalpolitiker, von der man den Eindruck hat, sie wollten wirklich etwas bewegen in und für Düren. Am Mittwoch ist Delhougne gestorben, unerwartet, mit 71 Jahren.

Bis zu seinem Tod hat der Christdemokrat im Rat der Stadt Düren gesessen, aber nicht nur das: Delhougne war drei Jahrzehnte Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) im Kreis Düren und — nicht zuletzt — ein Motor und Macher der Dürener Jazz-Tage.

Es war vor über 25 Jahren, als er mit einer Idee auf sich aufmerksam machte, die für Düren mehr als innovativ war und für die er mitunter belächelt wurde: Delhougne wollte die Wirtelstraße überdachen, damit die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal in der Region hat und somit Kunden anzieht. Die Idee wurde nicht verwirklicht, weil es zu viele Bedenken gab und sicher auch der Wille und das Geld fehlte. Zu ähnlicher Zeit wollte Delhougne, der mit einer Unterbrechung von 1984 bis 1989 seit 1979 bis zu seinem Tod im Rat saß, unter dem Kaiserplatz eine Tiefgarage bauen lassen — auch diese Idee blieb eine Idee.

Delhougne, Träger des Bundesverdienstkreuzes, ließ sich nicht beirren, wenn er mit seinen Vorschlägen nicht durchdrang. Er gehörte lange Zeit zu den führenden Köpfen in der CDU und war von 1989 bis 1994 Vorsitzender der Ratsfraktion. Zumindest in der Öffentlichkeit nahm er politische Rückschläge sportlich, das galt auch für den Fall, dass seine Arbeit kritisch kommentiert wurde. Er nahm, und so sollte das sein, diese Kritik nie persönlich.

Delhougnes Sache war aber auch der Mittelstand. Für seine langjährige Führungsarbeit erhielt er, der hauptberuflich bei einer großen Steuerberatungsgesellschaft in einer Führungsposition war, die Ehrennadel der MIT.

Und die Jazztage: Die waren sein Steckenpferd, nicht nur, weil er bis zuletzt Vorsitzender des Dürener Jazzclubs war. Er war ein emsiger Organisator, Verbandsvorsitzender und Politiker. Er war dabei nicht immer unumstritten. Aber so ist das oft, wenn man die Dinge in die Hand nimmt, statt nur zu reden. „Er hat immer für seine Überzeugung gekämpft“, sagt CDU-Fraktionschef Stefan Weschke, „in der Partei und Fraktion hinterlässt er eine große Lücke.“

(inla)
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