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Düren: „Dürener Bündnis”: Bedrohung von Rechts nimmt zu

Düren : „Dürener Bündnis”: Bedrohung von Rechts nimmt zu

Gut drei Monate sind seit der Gründung des „Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt” verstrichen, über 500 Einzelpersonen und mehr als 50 politische und gesellschaftliche Gruppen haben bereits ihre Teilnahme erklärt und sich in Arbeitsgruppen zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Rechtsextremismus zusammengefunden.

Und der hat in den letzten Wochen eine neue Qualität erhalten, erklärt Karl Panitz, Mitglied im Sprecherkreis des Bündnisses. Er spricht von einem wachsenden verbalen Bedrohungspotenzial, das sich gezielt gegen einzelne Mitglieder des Bündnisses richtet. War es zuerst Pfarrerin Susanne Rössler, die mit einem an ihre Privatadresse geschickten „Fitnesspaket für einen langen Kampf” eingeschüchtert werden sollte, so wurde zuletzt im Wohnumfeld von Dominik Clemens, Mitglied der Dürener Antifa, ein Flugblatt verteilt, das ihn als autonomen und gewaltbereiten Linksextremisten brandmarkt.

Am 20. April, erklärt Clemens, sei er im Umfeld der NPD-Kneipe „Gütershop” (Arnoldsweilerstraße) sogar angegriffen worden. Darüber hinaus berichtet Panitz von Drohungen auf der zurzeit nicht abrufbaren Internetseite der vom Verfassungsschutz als rechtsxtrem eingestuften Kameradschaft Aachener Land (KAL), deren Anführer Rene Laube stellvertretender NPD-Kreisvorsitzender ist: Unmittelbar nach der Bündnis-Gründung, so Panitz, habe dort gestanden: „Ihr habt uns den Krieg erklärt. Wir werden ihn beenden”, am 18. März in Richtung des Bündnisses: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten.”

Soweit möglich, hat das Bündnis auf die Drohungen mit Strafanzeigen reagiert, im Fall des Internets aber sei dies schwierig, da die KAL wie andere rechtsextremistische Gruppen für ihre Demagogie ausländische Homepage-Adressen nutze. „Auf keinen Fall aber lassen wir uns einschüchtern”, betont Susanne Rössler; auch nicht vom jüngsten NPD-Aufmarsch vor dem Komm, in dem eine Arbeitsgruppe des Bündnisses tagte.

Schon am 19. Mai, wenn das Bündnis auf einen weiteren NPD-Infostand in der Fußgängerzone reagieren will, soll ein Flyer über die Ziele des Bündnisses informieren. Mitte August ist eine Kundgebung vor dem Rathaus geplant. Nach Kölner Vorbild kann sich Susanne Rössler auch eine Meldestelle für Diskriminierungen vorstellen.