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Dürener bei Olympia: Sieben Medaillen gehen an die Rur

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Dürener Sportler bei Olympia: Handballer Simon Ernst kann unter Umständen im Sommer in Rio de Janeiro mit dabei sein.
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Karl Kreutzberg holte 1936 die Goldmedaille im Feldhandball.
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Schwimmerin Ute Hasse gewann Silber mit der Schwimmstaffel in Barcelona.
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Fußballstürmer Schorsch Stollenwerk war 1952 in Helsinki mit von der Partie.
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Boxer Manfred Zielonka war 1984 in Barcelona mit dabei.
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Manfred Donike war als Chef der Dopingabteilung bei Olympischen Spielen im Einsatz.

Kreis Düren. „Olympia ist für einen Sportler absolut das Größte“, sagt Simon Ernst. „Und natürlich will ich alles dafür tun, dabei zu sein. Aber das wird wahnsinnig schwer.“ Ernst kann es schaffen. Der 21-jährige Handballer aus Birkesdorf hat im Februar mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft gewonnen.

Das Team ist für Olympia in Rio de Janeiro qualifiziert. Bleibt Ernst im Nationalkader, ist er in Brasilien dabei.

Heute ist Welt-Olympiatag, weil heute vor genau 120 Jahren, also am 6. April 1896, in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit begonnen haben. Grund genug für die „DN“, sich auf die Suche nach Olympiateilnehmern aus dem Raum Düren zu machen.

Der erste war Fleischermeister Karl Kreutzberg aus Düren, der als 24-Jähriger mit der Feldhandball-Nationalmannschaft 1936 Olympiasieger in Berlin geworden ist. Kreutzberg stand im Tor, und sein Team hat das Finale gegen Österreich mit 10:6 gewonnen.

Mit den Nazis hatte Kreutzberg nach eigenen Angaben nichts am Hut, er ließ sich in Berlin demonstrativ mit US-Leichtathlet Jesse Owens fotografieren, mit dem ihn später eine Freundschaft verband. 1972, fünf Jahre vor Kreutzbergs Tod, haben sich die beiden bei Olympia in München wiedergetroffen.

Fußballer „Schorsch“ Stollenwerk (1930-2014) bestritt mit 20 Jahren, also 1950, sein erstes Länderspiel und durfte zwei Jahre später bei den Olympischen Spielen in Helsinki dabei sein. Immerhin erreichte die Mannschaft Platz vier.

Boxer Ernst Müller, Europameister von 1979, war für die Sommerspiele 1980 in Moskau qualifiziert. Er konnte allerdings nicht teilnehmen, weil das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland entschieden hatte, die Spiele wegen der Invasion Afghanistans durch die Sowjetunion zu boykottieren.

Bei den Sommerspielen 1984 in Los Angeles gab es gleich mehrere Teilnehmer aus Düren. Boxer Manfred Zielonka vom Boxring Düren holte eine Bronzemedaille im Halbmittelgewicht und wurde anschließend mit einem riesigen Autokorso durch den Grüngürtel gefahren.

Schwimmerin Ute Hasse gewann mit der 4x100-Meter-Lagenstaffel die Silbermedaille (Brust). Hasses Mannschaftskolleginnen waren Ina Beyermann, Svenja Schlicht und Karin Seick.

Radsportler Manfred Donike (1960-2003) startete ebenfalls in den USA im Punktefahren und erreichte Platz 19. Sein Vater und sein Bruder (siehe Infokasten) waren beide ebenfalls bei Olympia –allerdings nicht als Sportler, sondern als Chef der Doping-Abteilung und als Schiedsrichter.

Ute Güster aus Düren gehörte in den 1980er Jahren zu den besten Taekwondo-Kämpferinnen der Welt. 1983 wurde sie Weltmeisterin im Schwergewicht in Kopenhagen, ein Jahr später holte sie den Europameistertitel, und 1988 fuhr sie zu den Olympischen Spielen im Heimatland des Taekwondo: Südkorea. In Seoul gewann die heutige Angestellte der Rurtalwerkstätten eine Bronzemedaille.

Kanufahrer Udo Raumann startete 1992 in Barcelona im Kanuslalom und landete auf Platz 19. Die beiden Beachvolleyballerinnen Susanne Lahm und Danja Müsch vom Gürzenicher FC belegten 2004 bei den Spielen in Athen Platz neun. Ebenfalls Neunte wurde in der gleichen Disziplin Ilka Semmler aus Kreuzau mit ihrer Partnerin Katrin Holtwick 2012 in London.

Darüber hinaus gab es auch Dürener Teilnahmen bei den Paralympics. Hans-Jürgen Knodel aus Lendersdorf hat 1976 in Toronto gleich drei Medaillen (Gold, Silber und Bronze) im Schwimmen gewonnen, 1984 ist er in New York im Sitzvolleyball an den Start gegangen und hat mit der deutschen Mannschaft den zweiten Platz belegt. Florian Moll war 2008 in Peking mit von der Partie – ebenfalls im Schwimmen. Immerhin belegte er auf 100 Meter Brust Platz sieben.

Wenn alles nach Plan läuft, ist Handballer Simon Ernst in Rio übrigens nicht der einzige Olympia-Teilnehmer von der Rur. Auch der Kreuzauer Fußballer Yannick Gerhard (1. FC Köln) kann mit der U21-Nationalmannschaft für die Sommerspiele nominiert werden.

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