Düren: Düren zeigt sich sonnig, kalt und jeck

Düren: Düren zeigt sich sonnig, kalt und jeck

Die eine Party hatte um 11.11 Uhr keine Probleme, in die Gänge zu kommen, auf der zweiten — einen Katzensprung entfernt — dauerte es eine Weile, bis sie auf dem gewohnten Niveau angekommen war: Markt- und Kaiserplatz waren am Donnerstag an Weiberfastnacht wieder die Schauplätze für den Straßenkarneval in Dürens Innenstadt.

Das Prinzenpaar der Stadt, Jürgen I. und Melanie I. (Außem) und Kinderprinzessin Vivian I. (Leymann) empfingen bei klarem Himmel, strahlender Sonne und winterlichen Temperaturen Hunderte Jecken. Von Anfang an herrschte gute Stimmung, für die auf der Bühne unter anderem die Bands „Mit Hätz“ und „Bremsklötz“ sowie Büttenredner „Der Lange“ (Alfred Wings) sorgten. Präsident Wino Ulhas führte mit Sabine Briscot-Junkersdorf durchs Programm und begrüßte nicht nur Bürgermeister Paul Larue mit Gattin, sondern neben den Dürener Tollitäten auch die Narrenherrscher aus Winden und Eschweiler über Feld. Die Feier, der neben dem Festkomitee auch Gesellschaften aus der Region ihre Aufwartung machten, dauerte bis zum frühen Nachmittag.

Ob als Ananas, SEK-Beamter, Flamingo, Typ aus den 80ern oder M&M — die Dürener Jecken hatten einiges zu lachen. Die Massen strömten auf den Behördenball in der Arena Kreis Düren (großes Bild und oben rechts) sowie auf den Marktplatz. Foto: Welkener

Ab 14 Uhr startete auf dem Kaiserplatz die Party für die jüngere Generation — erst gegen 15.30 Uhr hatte Peter Junker vom städtischen Jugendamt dann endgültig wieder das Gefühl, bei der Organisation alles richtig gemacht zu haben: Die erwarteten 4000 Jugendlichen füllten den Platz. Sie feierten laut Junker weitgehend friedlich und ohne für größere Zwischenfälle zu sorgen.

dsf Foto: Welkener

Besonders beliebt waren angesichts der Minusgrade warme Fellkostüme, es waren auch viele (falsche) SEK-Beamte unterwegs. Kerstin Weber und Pia Schmidt (beide 18) feiern gerne auf dem Kaiserplatz. „Der DJ ist super, und man kann sich auch sicher fühlen“, sagt Kerstin Weber. „Die Kontrollen waren gründlich. Das finde ich gut.“

Klaus I. und Hannelore I. (Funk), die Tollitäten der KG „Ahle Hoot“ aus Eschweiler über Feld gaben sich in Düren die Ehre. Wenige Meter weiter, auf dem Kaiserplatz, feierten 4000 Jugendliche (kleines Bild). Foto: Rose

Absolutes Glasverbot

hj Foto: Rose

Am Donnerstag herrschte wie immer ein absolutes Glasverbot in der Innenstadt, es gab aber Geschäftsleute, die mit eher zweifelhaften Methoden versuchten, das Verbot zu umgehen. So gab es in einem Geschäft in der Innenstadt unweit des Marktplatzes die Möglichkeit, Alkohol von Glas- in Plastikflaschen umzufüllen. „So etwas macht mich ziemlich wütend“, sagte Peter Junker. „Aber dagegen sind wir machtlos. Wir können nur an die Geschäftsleute appellieren, solche fatalen Signale nicht zu senden.“

Für die Jugendfete im nächsten Jahr, ergänzte Junker, wolle man noch einmal darüber nachdenken, auf dem Kaiserplatz auch ein Alkoholverbot auszusprechen. „Es ist sehr schwierig zu kontrollieren, dass jüngere Jugendliche wirklich keinen Alkohol trinken.“ Manchmal würden Ältere Mix-Getränke mit auf den Platz bringen und auch an Jüngere verteilen. Junker: „Das können wir im Augenblick nicht vermeiden. Aber wir werden dieses Problem noch einmal angehen.“

Für Partystimmung war auch in der Arena Kreis Düren gesorgt. Die Vereinsgemeinschaft Behördenball hatte geladen und 2500 Jecke waren gekommen. „Die Eintrittskarten sind seit drei Wochen ausverkauft“, wusste Robert Baumgarten aus dem Organisationsteam zu berichten. Er und seine sieben Mitstreiter vor Ort bekamen Unterstützung von 20 Mitarbeitern eines Security-Dienstes, zehn Feuerwehrleuten und neun Sanitätern. Weniger für Sicherheit als vielmehr für Stimmung sorgten die unzähligen FBI- und SEK-Beamten, die feucht-fröhlich mit allen Bankräubern und Ganoven gemeinsame Sache machten — und das zur Musik der Livebands „Ilex“, „Raderdoll“, „Zack!“ und „Kölsch Bloot“.

(kin/wel)
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