Düren: Düren „überwiegend potthässlich”

Düren: Düren „überwiegend potthässlich”

Die Stadt wartet und hofft - auf den neuen Dürener Baudezernenten, der am 7. Dezember gewählt werden soll, und auf einen neuen Beigeordneten, der bereit für Gespräche mit den Bürgern ist.

Mit einem neuen Mann oder einer neuer Frau an der Spitze der Bauabteilung mit den verschiedenen Ämter hofft jedenfalls Prof. Wolfgang Meisenheimer die „Echolosigkeit in der Stadt” zu beenden, die vom kürzlich ausgeschiedenen Baudezernenten Hans Wabbel ausgegangen sei.

Das erste Stadtgespräch zum Thema „Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung” war geprägt von Aufbruchstimmung, Angriffslust und Abrechnungsgelüsten. Es war aber auch ein erster Ansatz zur Ideenfindung, in welche Richtung sich Düren entwickeln soll.

„Überproportional unschön”

Das Urteil der rund 100 Anwesenden über die Stadt, die Politiker aller Couleur als „liebens- und lebenswert” verkaufen, fiel vernichtend aus. „Überwiegend potthässlich!” oder in der etwas harmloseren Form „überproportional unschön”. Die „Suche nach der Identität der Stadt hat begonnen”, formulierte es der Moderator des Abends, Professor Dr. Wolfgang Meisenheimer, der mit seinen Mitstreitern „das Wohlbefinden der Bürger” steigern möchte. „Nicht Architektur als versteinerte Leidenschaft” solle erreicht werden, sondern „Engagement gegen die Hässlichkeit”.

Einig waren sich alle, dass dazu aber ein engagierter Bürgermeister und ein fachlich hervorragender Stadtentwicklungsplaner notwendig seien sowie eine tragfähige Basis, zu der auch städtische Beamte und Angestellte zählten, die die „Freiheit hätten zu planen und eine Liebe zur Stadt entwickeln” könnten. Vertreter der Ratsmehrheit wurden im Stadtmuseum nicht gesichtet.

Hilfe, wie man die Zukunft der Stadtentwicklung angehen könnte, erhielt die Runde von Hans Hoorn, einem Stadtentwickler aus Maastricht und Berater in vielen Städten, der gleich deutlich machte: „Investoren gehören nicht ins Rathaus.” Wasser auf die Mühlen von Meisenheimer, der Bausünden aufführte wie das Stadtzentrum, geplant von außerhalb und nun zu einer „Ghettoisierung der Evangelischen Gemeinde” führte. Und auch dem neuen Konstrukt an der Post sieht der Architekt mit gemischten Gefühlen entgegen.

Um Fehler in der Zukunft zu vermeiden, riet der Niederländer zu einem Masterplan, „einer Zauberformel für eine ideale Stadt”, in dem jeder sagt, was er denkt, aber das Denken nicht versäumt. Und eines sei ganz besonders wichtig bei der Stadtentwicklung: „ Man dürfe die Meinung der Mehrheit nicht mit der Wahrheit vermischen.”

Visionen müssten entwickelt werden, die Bürger eine Mitsprache in einem Forum erhalten, ein „Kompetenzzentrum” entstehen, wie es Prof. Meisenheimer nannte. Bürger müssten die Stadt erleben, Politiker auch und einmal Stadtführungen machen, um zu erfahren „für welche Menschen die Stadt taugt, und welche Menschen sich überfahren fühlen.” Auf jeden Fall sei es dringend notwendig, dass die „Ideenlosigkeit in der Rathausspitze”, so der Tenor des Bürgergesprächs, „ von der Kreativität engagierter Mitarbeiter und dem Ideenreichtum der Bürger verdrängt wird”.