Düren: Düren soll ein zweites Rathaus bekommen

Düren : Düren soll ein zweites Rathaus bekommen

Die Idee ist nicht so ganz neu: Würde die Stadt Düren alle technischen Abteilungen und Ämter in einem Neubau zusammenfassen, könnte man Platz schaffen für Ämter, die bisher im Rathaus am Kaiserplatz mangels Raumangebot nicht untergebracht werden können.

„Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind zurzeit an vier Standorten untergebracht. Im Rathaus herrscht Platzmangel. Es bietet sich an, die technischen Ämter in einem Neubau zusammen zu ziehen“, betont Henner Schmidt (SPD) von der „Ampel“-Koalition, die sich in einem Antrag zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag dafür stark macht, eine entsprechende Bedarfsanalyse zu erstellen. „Wir wollen damit ein klares Signal setzen, dass wir diese Idee unterstützen und sie weiterverfolgt werden soll“, sagt Schmidt.

„Die Stadt gibt jedes Jahr knapp eine Million Euro an Mietzahlungen aus. Dieses Geld in ein Technisches Rathaus zu investieren, wäre deutlich sinnvoller“, argumentiert er und präsentiert gleichzeitig einen Vorschlag, wo denn dieser Neubau aus Sicht der Ampel am besten aufgehoben wäre: im neu zu erschließenden Quartier Fritz-Keller-Weg im Bereich des südlichen Bahnhofsumfeldes. Hier erwirbt die Stadt bereits entsprechende Grundstücke im Rahmen des Masterplanes, um die Flächen komplett neu bebauen zu können. Schmidt: „Ein Technisches Rathaus könnte der 1. investive Schritt für dieses Projekt sein. Also eine Inititialzündung und Anreiz für weitere Investitionen von privater Seite.“

Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt an dieser Stelle unterzubringen, hält Schmidt für denkbar. „Es gibt da gute Verkehrsanbindungen“, auch die Parkplatzsituation könne man da bei der Planung entsprechend beeinflussen. Schmidt sieht aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt: In dem Bereich zwischen Lagerstraße und Josef-Schregel-Straße ist unter anderem eine Bebauung entlang der Bahnlinie vorgesehen, das könnten die weniger begehrten Grundstücke sein, die die Stadt nutzen könnte. Wichtigster Aspekt ist aber, dass aus Sicht der „Ampel“ die technischen Ämter deutlich effizienter arbeiten könnten, wenn sie an einem Standort gebündelt und nicht wie bisher auf mehrere Standorte verteilt wären.

Der „Ampel“ gehe es nun um eine frühzeitige und vor allem umfassende Prüfung. „Das ist noch keine Entscheidung“, betont Schmidt. Aber: Ein Technisches Rathaus könnte auch zu Problemen an anderer Stelle führen. Etwa im City-Karree.

Würde man mit einem Neubau so viel Platz schaffen, dass alle ausgelagerten Ämter im Rathaus am Kaiserplatz untergebracht werden könnten, stünde das City-Karree plötzlich leer. Für die Sparkasse, die das Gebäude ursprünglich eigens auf Wunsch der Stadt gebaut hatte, wäre das im schlimmsten Fall bitter. Schmidt: „Auch solche Aspekte müssten bei einer Prüfung natürlich auf den Tisch gelegt werden.“

Alternativvorschlag

Auf dem liegt bereits eine Alternative: Im Gespräch ist das Gelände der ehemaligen Tankstelle am Philippstor. Dort könnte im rückwärtigen Bereich eine größere Lagerhalle abgerissen und durch einen vier- bis fünfgeschossigen Neubau inklusive Tiefgarage ersetzt werden. Dazu gibt es auch schon eine Vorentwurfsplanung. Der Standortvorteil: Die Nähe zum Rathaus am Kaiserplatz.

Noch an zwei weiteren Punkten könnte die eigentlich charmante Idee, statt Miete zu zahlen mit dem Geld einen Neubau zu finanzieren, scheitern: Nimmt man den Plan ernst, müsste auch das Bürgerbüro am Markt geräumt werden, um das Düren viele andere Kommunen beneiden. Die Idee, in dem Gebäude eine kleine „Shopping-Mall“ einzurichten, wäre auch nicht neu, ist aber bisher stets wieder verworfen worden.

Und: Ob wirklich alle bislang in anderen Gebäuden angesiedelten Ämter nach dem Bau eines Technischen Rathauses an den Kaiserplatz zurückkehren könnten, ist noch fraglich. Es gibt Stimmen in der Verwaltung, die daran Zweifel hegen.

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