Düren: Düren mit klingendem Spiel erobert

Düren: Düren mit klingendem Spiel erobert

Wenn in Salzburg oder Bayreuth zu Festivals geladen wird, dann geht es um eine Angelegenheit der gut Betuchten oder derer, die gerne dafür gehalten werden. Nicht so in Düren: Der Auftakt zur ersten „Woche der Militärmusik” lockte rund 1500 Menschen vor das Rathaus am Kaiserplatz.

Musiker der drei in der Bundeswehr vertretenen Waffengattungen bereiteten ihren Zuhörern im Zentrum der Kreisstadt einen Kulturgenuss nach Maß - mit Märschen, aber auch mit Melodien ohne den geringsten Hauch von Kasernenhof wie dem Pop-Klassiker „Im sailing”.

Erster Akzent in der Annakirche

Einige Zeit vor dem großen Aufmarsch hatte bereits ein Teil der Truppe, das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, unter der Leitung des in Langerwehe und Düren aufgewachsenen Oberstleutnants Robert Kuckertz in der Annakirche einen ersten Akzent gesetzt. Ein Zeichen dafür, wie sich die Bundeswehr bei dieser Premiere präsentieren will: nicht in einer eigenen Welt rund um Exerzier- und Übungsgelände, sondern im Herzen der Gesellschaft, mitten in der Stadt und unter den Bürgern.

Dass es gegen die Militärmusik-Woche in deren Vorfeld auch Widerstand gegeben hat, griff Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz in seiner kurzen Begrüßungsrede auf: „Sogar die Pax-Christi-Gruppe Düren freut sich”, sagte der Priester mit Blick auf den katholischen Teil der Friedensbewegung, „und sieht diese Woche als Aufruf, in Instrumente mehr Geld als in Waffen zu investieren.” Seine Hoffnung: „Musik öffnet die Herzen.”

Oberstleutnant Kuckertz und seine Künstlerschar in Uniform vergalten dem Geistlichen die Willkommensworte auf ihre Art - mit glanzvollem Spiel. Die Gläubigen ließen eh keinen Zweifel, wem ihre Sympathie gehört. So dicht mit Frauen und Männern vollgepackt, präsentiert sich das Gotteshaus höchstens zu drei anderen Gelegenheiten im Jahr: zur Eröffnung der Oktav sowie an Ostern und Weihnachten.

Das ganz große Schauspiel, bei freiem Eintritt und bei bestem Wetter, hatten sich die musikalisch begabten Soldaten jedoch für das Platzkonzert nach der Messe vorbehalten. Spektakel, militärisches Brauchtum, gepflegt von Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Uniform: Das war es, was die Anderhalbtausend, unter ihnen nicht nur Mitglieder der älteren Generation, vor dem Rathaus zusammengeführt hatte.

Dem Ankommen in der Gesellschaft gab der eindrucksvolle Aufmarsch Gestalt: Während das Heeresmusikkorps 300 von der Annakirche her über die Wilhelmstraße auf dem Kaiserplatz einzog, marschierten die Mitstreiter vom Luftwaffenmusikkorps 3 von der Kölnstraße mit ihrem Dirigenten, Hauptmann Timur Oliver Chadik, und das Marinemusikkorps Nordsee (Wilhelmshaven) unter Fregattenkapitän Lutz Bammler zum Kaiserplatz.

Bürgermeister Paul Larue und der Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm, entboten den Gästen ebenso wie Conferencier Manfred Schall ein herzliches Willkommen. Der Beifall dokumentierte außerdem unüberhörbar: Die Mitwirkenden an diesem Festival sind am Veranstaltungsort Düren gern gesehen und freundlich aufgenommen.

Weitergeführt wird die „Woche der Militärmusik” (bis 7. Juli) am Montag, 4. Juli, 20 Uhr mit dem Platzkonzert des Heeresmusikkorps 300 unter Leitung von Oberstleutnant Robert Kuckertz auf dem Kaiserplatz. Der Eintritt ist wiederum frei.

Das Seniorenkonzert im Haus der Stadt (Dienstag, 5. Juli, 15.30 Uhr) ist bereits ausverkauft. Für das Benefizkonzert am gleichen Tag (20 Uhr), das die Big Band der Bundeswehr in der Arena Kreis Düren gibt, sind zu Preisen zwischen 14,60 und 24,60 Euro unter anderem im Bürgerbüro am Markt und an der Theaterkasse im Haus der Stadt noch Karten zu haben.