Düren: „Düren Marcodurum“: Fünf Dürener Köpfe, fünf Künstler

Düren : „Düren Marcodurum“: Fünf Dürener Köpfe, fünf Künstler

„Wir sind stolz auf unsere Kulturtage“, sagte Präsident Ingo Kufferath bei der Eröffnung der 19. Lions-Kulturtage auf Schloss Burgau. Wie immer haben die Kultutage mit ihrem Herzstück, nämlich einer Kunstausstellung mit Arbeiten von fünf Künstlern, die alle einen engen Bezug zur Stadt Düren haben, begonnen.

An die Etablierung der Lions-Kulturtage hatte vor 19 Jahre niemand so richtig geglaubt. Mittlerweile sind sie zur Tradition geworden und haben einen großen Einfluss auf das Dürener Kulturleben. Die Kulturtage bieten lokalen Künstlern und solchen, die fest mit der Stadt verwurzelt sind, eine Plattform, um ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Brücken bauen“ war ein zentrales Thema der Veranstaltung und so werden nicht nur Brücken von der Kunst zum kulturellen Leben der Stadt gebaut, sondern die Einnahmen kommen auch regionalen und gemeinnützigen Einrichtungen zugute. Diesmal werden das Sommerlager des Jugendamtes der Stadt Düren, ein Seniorentheater, die Lebenshilfe Düren und der Feuerwehrfonds des Lions-Hilfswerks „Marcodurum“ finanziell bezuschusst.

Lions-Präsident Ingo Kufferath sowie Christian Reinartz (das kleine Foto zeigt eine seiner Holzskulpturen), Solmaz Jalayer, Stephan Retschke, Ursula Schregel und Dietmar Nietan (von links) bei der Ausstellungseröffnung auf Schloss Burgau. Kunsthistorikerin Dr. Alexandra Kolossa (zweite von rechts) hat fachlich in die Ausstellung eingeführt. Foto: Laura Huppertz

„Das Brückenbauen ist fantastisch eingelöst worden“, bemerkte Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, bei der Eröffnung. Ihm ist es besonders wichtig, soziale Projekte zu fördern und so Brücken zu schlagen. „Die Kulturtage sind ein großer Stern am Kulturhimmel von Düren. Wir können sehr stolz sein auf unsere Stadt, ohne hochnäsig zu sein“.

Der Lions Club „Düren-Marcodurum“ hat fünf Künstler eingeladen, ihre Werke auf Schloss Burgau auszustellen. Stephan Retschke widmet sich seit acht Jahren bevorzugt dem Linoldruck. Zu sehen sind 30 Werke von ihm, die sich mit den Themen Menschen, Technik und Architektur beschäftigen. „Die Kunst ist ein Gegenpol zu meiner Arbeit. Linol ist spannend, da man immer neu arrangieren und neu herstellen kann. Ich arbeite ungern mit ein und demselben Motiv“, erklärte er seine Kunst.

Die Malerin Ursula Schregel malt mit Acryl und Mischtechniken. „Ich arbeite sehr spontan und intuitiv. Oftmals ist der Zufall der Impulsgeber“, sagte sie. Häufig greife sie unbewusst zu Farben, so dass sich die Bilder im Nachhinein einem gewissen Thema zuordnen lassen. Ein Kunstdruck des Werks „La victoire du coq“, das den Sieg Emmanuel Macrons über Marine Le Penn symbolisiert, wurde an diesem Abend unter den Anwesenden Gästen versteigert. Emmanuel Macron hat das Bild bereits bei einer Ausstellung gesehen und war von dem Werk sehr angetan.

Der Schreiner Christian Reinartz arbeitet seit Ende der 90er Jahre auch künstlerisch mit dem Material Holz. Er stellt 13 seiner großformatigen Skulpturen aus, bei denen er sich nicht scheut, auch andere Materialien einfließen zu lassen. So mischt er unterschiedliche Holzarten mit Eisen oder Plexiglas. „Alle Stämme, mit denen ich arbeite, stammen aus der Region, aus Gärten, die ich kenne“, äußerte er sich. Damit schlägt er nochmals eine Brücke zwischen der Kunst und der Dürener Region. Die Künstlerin Solmaz Jalayer malt viel mit Acryl, aber auch mit allen anderen Materialien. Besonders wichtig sind ihr Farben. „Die Farben reden mit mir. Durch die Farben entsteht das Bild, egal ob ich Tiere oder Menschen male. Jedes Bild ist anders. Durch verschiedene Gefühle entstehen verschiedene Bilder“, erzählte sie. Wenn sie nicht gerade malt, dann ist sie Dozentin für Kunst. Sie stellt 21 Bilder aus.

Leidenschaft für Fotos

Zu guter Letzt stellt Bundestagsabgeordneter und SPD-Bundesschatzmeister Dietmar Nietan seine „Schnappschüsse“ aus. Er zeigt 30 Bilder, die alle auf seinen Reisen und durchweg nur mit einem Smartphone gemacht wurden. Die Bilder entstehen alle aus einer Laune heraus entstanden und lassen sich daher mit seinem vollen Terminkalender vereinbaren. „Ich fotografiere bereits seit ich zwölf, 13 Jahre alt bin, damals noch analog. Die Leidenschaft für Fotos ist geblieben“, erklärte er. Es ist seine erste öffentliche Ausstellung.

Mehr von Aachener Zeitung