Düren: Düren ist Modellkommune für Online-Dienstleistungen

Düren: Düren ist Modellkommune für Online-Dienstleistungen

Schon am Dienstag werden zwei von fünf Hunden bei der Stadt Düren übers Internet angemeldet. Etwa jeder zehnte Bürger beantragt seinen Parkausweis schon über diesen Weg und druckt ihn — beim Start im Juli 2012 bundesweit einmalig — zu Hause aus.

Auch bei der Beantragung von Bewohnerparkausweisen spielt das Portal www.onlinedienste.dueren.de eine immer größere Rolle. Und bei diesen und einigen anderen Online-Dienstleistungen soll es nicht bleiben. Die Stadt Düren ist eine von drei Modellkommunen, die als Sieger in einem bundesweiten Wettbewerb neben Gütersloh und dem Landkreis Cochem-Zell (Mosel) weitere Anwendungen konzipieren und umsetzen soll.

Mit der Regio-IT als Dienstleistungspartner will die Stadt Düren aufzeigen, welche Potenziale das sogenannte E-Government auf kommunaler Ebene besitzt, erklärt Dr. Thomas Horst, Projektleiter auf Seiten der Stadt, „das heißt, welche Verbesserungen an Bürgerfreundlichkeit einerseits und Effizienzsteigerung der Verwaltung andererseits möglich sind“. Dabei ist Bürgermeister Paul Larue bei aller Sympathie für die wachsende Nachfrage nach Onlinedienstleistungen wichtig, dass technisch nicht unbedingt affine Bürger nicht abgehängt werden. „Auch der persönliche Zugang zum Rathaus und seinen Mitarbeitern bleibt natürlich erhalten“, versichert Larue. „Wir wollen aber möglichst viele Zugänge zur Verwaltung schaffen.“

Um zu erfahren, welche Dienstleistungen der Bürger gerne online erledigen möchte, will die Stadt in einem ersten Schritt Ende Januar eine Umfrage starten. Die Ergebnisse sollen dann mit dem bereits in der Projektgruppe der Verwaltung entwickelten Ideenpool abgeglichen und schließlich umgesetzt werden. Ziel sei es, die Nachfrage nach Onlinedienstleistungen spürbar zu erhöhen, erklärt Thomas Horst.

Eine neue Dienstleitung könnte beispielsweise der Wohngeldantrag sein. Allerdings wäre hier wie bereits beim Antrag für eine Meldebescheinigung eine Identifikation mit Hilfe des neuen Personalausweises erforderlich. Auch neue Bezahlsysteme neben dem bereits praktizierten Lastschrift-Verfahren will die Stadt testen und einbinden.

Wer das Online-Portal nutzen möchte, muss ein sogenanntes Bürgerkonto einrichten, aus dem dann alle notwendigen persönlichen Daten direkt in die Anträge übernommen werden. Dies kann mit und ohne neuem Personalausweis geschehen, bei letztem allerdings mit eingeschränkten Möglichkeiten, da es Anträge gibt, für die eine zweifelsfreie Identifikation gesetzlich vorgeschrieben ist. Ausweis-Lesegeräte will die Verwaltung in Zukunft im Bürgerbüro anbieten.

„Im Mittelpunkt steht die Frage: Was will der Bürger online mit der Verwaltung abwickeln?“, betont ein gespannter Dezernent Harald Sievers, der stolz darauf ist, dass die Stadt sich im Wettbewerb um das Pilotprojekt auch gegen namhafte größere Städte durchgesetzt hat und nun vom Bund mit 100.000 Euro unterstützt wird.