Düren: Bürgermeister Paul Larue verzichtet auf Kandidatur 2020

Dürener Bürgermeister verzichtet auf Kandidatur : Paul Larue kandidiert bei Kommunalwahl 2020 nicht mehr

Der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt der Region, Paul Larue (63) aus Düren, verzichtet auf eine weitere Kandidatur. Der Christdemokrat macht im Oktober 2020 nach dann 21 Jahren an der Spitze der Dürener Stadtverwaltung den Weg für eine Nachfolge frei.

Larue hat nach eigener Aussage hart mit sich gerungen und ist erst am Wochenende zu dieser Abwägung gekommen. Die beiden Pole lagen zwischen der Freude an der Arbeit für seine Heimatstadt mit vielen geschätzten Weggefährten einerseits und dem harten Arbeitsalltag mit zwölf bis 14 Stunden täglich andererseits. „Es ist an der Zeit, aus dieser starken Fremdbestimmung rauszugehen und wieder zu mehr Selbstbestimmung zu kommen“, sagte Paul Larue.

Er hatte im Dürener Rathaus am Dienstag „Flankenschutz“ von seiner Familie. Ehefau Marion und Dominic als ältester Sohn saßen an Paul Larues Seite, dem mehrfach die Stimme zu versagen drohte, als er seine Entscheidung bekannt gab. Seine Familie habe ihm über Jahrzehnte ermöglicht, den hohen zeitlichen und sicher auch psychischen Aufwand zu betreiben. Der Bürgermeister an die Adresse seiner Angehörigen: „Ohne Loyalität geht es eben nicht. Jetzt ist es an der Zeit, etwas zurückzugeben.“

Larue gestand, dass jedweder Termin – dienstlich und privat – in den vergangenen Wochen für ihn sehr schwierig gewesen sei, weil er praktisch immer auf eine weitere Kandidatur angesprochen wurde. Somit beendete er nun die vielen Spekulationen, die in der Stadt schon seit einem guten Jahr zu hören waren. Mitte August beim Urlaub in Husum gab es nach vielen Gesprächen eine „Tendenzentscheidung“, endgültige Klarheit habe am vergangenen Wochenende bestanden. Neben seiner Frau und den Kindern wurde am Sonntag nur noch sein Vater eingeweiht.

Am Dienstag feierte Larue das 20-Jährige als Dürener Bürgermeister und eröffnete dem Team im Rathaus seinen Entschluss. Danach glühten die Telefondrähte, denn auch die politischen Weggefährten und Freunde sollten erfahren, was Sache ist. Mit Larues Verzicht ist nämlich jetzt klar, dass keine Partei Bewerber mit einem Amtsbonus wird präsentieren können. Die Personaldiskussionen sowohl in der CDU als auch bei den vier Teilen der Dürener „Ampel“-Mehrheit (SPD, Grüne, Linke, FDP) dürften nun an Vehemenz gewinnen, denn gegen Larue hätte mutmaßlich niemand leichtfertig den Hut in den Ring geworfen. Jetzt sieht das anders aus.

Paul Larue versicherte am Dienstag, nach dem Ende seiner Amtszeit am 31. Oktober 2020 „kein politisches Amt mehr“ und auch keine profilierte ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen. Er werde mit dann 64 Jahren all den Menschen und Themen Platz einräumen, für die über Jahrzehnte zu wenig Zeit blieb. „Ich wundere mich manchmal, dass ich überhaupt noch Freunde habe – bei all den privaten Einladungen, die ich ausschlagen musste.“ Der Historiker will in seinem Ruhestand wissenschaftlich arbeiten (römische und spätantike Geschichte) und vielleicht sogar seine Promotion angehen. Beides ließe sich wunderbar mit Rom- und Italien-Reisen verbinden.

1999 wurde der vorherige Leiter des Katholischen Bildungswerkes und CDU-Fraktionschef im Stadtrat auf den Chefsessel im Dürener Rathaus gewählt und verteidigte diesen Erfolg mit beeindruckenden Ergebnissen in der Direktwahl drei Mal. Paul Larue ist der dienstälteste Verwaltungschef in der Dürener Nachkriegsgeschichte.

Paul Larue (CDU), Bürgermeister der Stadt Düren, in den ersten Amtsjahren. Foto: ZVA/Jörg Abels