Düren 77 hat den ersten Kunstrasen im Kreis mit Korkgranulat

FC Düren 77 : Der erste Kunstrasen im Kreis mit Korkgranulat

Vor dem Auswärtsspiel beim FC Düren 77 hat es so manchen Fußballer in den vergangenen Jahrzehnten gegraut. An trockenen Sommertagen lag auf dem Aschenplatz am Burgau-Gymnasium reichlich Staub in der Luft, im Winter verwandelte sich das Geläuf schnell in eine Matschlandschaft.

Verhältnisse mit hohem Verletzungsrisiko, mit denen die Gastgeber regelmäßig besser zurecht kamen. Doch dieser vermeintliche Vorteil gehört nun endgültig der Vergangenheit an.

„Gottseidank“, betont 77er-Urgestein Manni Peterwitz, der seine ganze fußballerische Laufbahn als Spieler und Trainer auf der ungeliebten Asche verbracht hat. „Ich hatte fast schon nicht mehr daran geglaubt, dass auch wir einmal einen Kunstrasenplatz erhalten.“ Peterwitz, der heute Jugendleiter der 77er ist, schnürte am Samstag noch einmal seine Fußballschuhe, als Spielertrainer einer 77er-Auswahl der Jahre 1999 bis 2009, die zur offiziellen Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes gegen die „Kreis 11 Düren“ kickte.

Und der neue Sportplatz ist etwas ganz Besonderes: Düren 77 verfügt ab sofort über den ersten Kunstrasen im Kreis Düren, auf dem als Füllmaterial kein Gummi, sondern das Naturprodukt Kork zum Einsatz kommt. Hintergrund ist die von der EU angestoßene Diskussion um Mikroplastikabrieb auf Kunstrasenplätzen, auf denen Gummigranulat zum Einsatz kommt. Die NRW-Bank, auf deren Förderdarlehen der FC Düren 77 bei der Realisierung des Projekts angewiesen war, machte Ende Mai deutlich, dass sie nur noch Plätze mit Kork und Quarzsand als Füllmaterial fördere, erklärt Helmut Wenzel, Vorsitzender des Fördervereins der 77er. Der Verein reagierte und passte die Planungen mit der beauftragten Baufirma an.

Wie schon bei anderen Vereinen hat die Stadt Düren die Umwandlung des Aschen- in einem Kunstrasenplatz mit 250.000 Euro unterstützt, 10.000 Euro bekam der Verein von der Sparkasse Düren, erklärt Wenzel. Auch der Förderverein beteiligte sich im fünfstelligen Bereich. Die restliche Summe haben die 77er mit Hilfe der NRW-Bank langfristig finanziert, in der Hoffnung, den Kredit über Spenden und kreative Aktionen fristgerecht bedienen zu können. So können Fußball-Nostalgiker, die gerne eine Erinnerung an die Aschenplatz-Zeiten haben wollen, kleine Gläser und Röhrchen mit Original 77er-Asche kaufen.

Bei der Eröffnung hob Bürgermeister Paul Larue (CDU) das große Engagement der 77er in der Jugend- und Integrationsarbeit hervor, das mitentscheidend für die einstimmigen Beschluss des Stadtrates gewesen sei, auch Düren 77 beim Bau eines Kunstrasenplatzes finanziell zu unterstützen. Aktuell hat der Verein rund 230 Mitglieder, davon 120 in der Jugendabteilung.

Anders noch als Manni Peterwitz in seiner aktiven Zeit, können die jungen Kicker jetzt auch im Training und bei Heimspielen ohne erhöhtes Verletzungsrisiko ihrem Hobby nachgehen. Und auch das angrenzende Burgau-Gymnasium wird die Anlage nutzen.