Sand- und Kiesgrube muss Schluss machen: Drover Grube muss Ende 2018 schließen

Sand- und Kiesgrube muss Schluss machen : Drover Grube muss Ende 2018 schließen

Der Betreiber der Sand- und Kiesgrube in Drove darf nur noch bis Ende des Jahres Rohstoffe abbauen. Danach ist Schluss, die Simmerather Firma Henn & Söhne kann ab dem 1. Januar 2019 dann nur noch die Mengen, die sie bis dahin abgebaut hat, zwei Jahre verkaufen.

Die Grube liegt an beziehungsweise in einer Wasserschutzzone, die auf Erlass der Bezirksregierung Köln hochgestuft worden ist — das hat zu dem Abbaustopp geführt. Dieser Erlass wurde bereits im Jahr 2013 beschlossen, teilte der Kreis Düren auf Anfrage mit. „Bis 2020 muss die Grube verfüllt und bis 2021 vollständig rekultiviert sein“, hieß es weiter.

Roland Henn von der Betreiberfirma sagte auf Anfrage: „Wir hätten gerne weiter gemacht. Die Kapazitäten und die Bodenschätze sind genug vorhanden, aber der Grundwasserschutz steht ganz klar im Vordergrund.“ Eine neue Grube wird die Firma nicht erschließen, teilte Henn weiter mit: „Das Genehmigungsverfahren wird immer schwieriger, und eine Erschließung ist ein großer finanzieller Aufwand.“

Den Verlust könne die Firma auffangen, weil sie keine reine Kies- und Sandgrubenbetreiberin, sondern ein Baustoffhandel ist. Dementsprechend werde auch der eine feste Arbeitsplatz an der Drover Grube nicht wegfallen, sondern in das Gesamtunternehmen eingegliedert.

Die Firma Henn hatte den Betrieb vor Jahren von dem Unternehmen Zens übernommen, das die Grube vor 15 Jahren erschlossen hat. Anwohner hatten sich in der Vergangenheit öfter über den Betrieb beschwert. In der Grube wird unter anderem Sand und Kies abgebaut — als Füllmaterial und nicht für die Betonindustrie — und Quarzsand für die Glasindustrie.

„Spüren Problem noch nicht“

Die Firma ist also nicht direkt von dem Problem betroffen, das der Bundesverband Mineralische Rohstoffe (Miro) kürzlich schilderte: Deutschlands Bauboom bringe die Werke ans Limit. Hinzu komme der langwierige Genehmigungsprozess, den Roland Henn angedeutet hat. Die Bürokratie könnte künftig für Lieferengpässe führen, befürchtet der Miro.

Johnny Jung kennt diese Meldung. Er ist Assistent der Geschäftsführung bei Collas Kies, das Unternehmen betreibt im Kreis Kies- und Sandgruben in Ellen (seit Ende der 90er) und Golzheim (seit den 80ern) sowohl für die Baubranche als auch für Privatleute. „Wir spüren das Problem aber noch nicht. Kies und Sand sind noch ausreichend vorhanden“, sagte Jung. Beide Gruben laufen noch bis 2025, eine Verlängerung strebe das Unternehmen zumindest für Golzheim an. „Wir sind in diesem Fall optimistisch, dass wir eine Verlängerung erhalten. Die neuen Genehmigungsverfahren laufen etwa vier bis fünf Jahre.“

Patrick Pütz macht die Bürokratie auch zu schaffen, obwohl er keine Grube betreibt. Der 34-Jährige führt in dritter Generation den gleichnamigen Recyclinghof und Baustoffhandel in Merzenich. „Wir kriegen seit langem nicht mehr so schnell Nachschub wie früher“, sagt er. „Die Kapazitäten der Werke sind nicht das Problem, sondern dass diese ihre Produktion zurückfahren wegen der langen Genehmigungsprozesse.“ Während er Sand und Kies aus der Umgebung bezieht, müssten seine Fahrer für Basalt und Kalkstein bis zu 150 Kilometer zurücklegen. Weitere Strecken bedeuten höhere Kosten, die Pütz wiederum auf die Baustellenträger, die er mit Rohstoffen bedient, umlegen muss.

In der vom Miro angestoßenen Debatte sieht Pütz aber generelle Probleme für den gesamten Rohstoffmarkt: Seine zertifizierte Recyclingware sei als Baustoff gleichwertig und günstiger, aber als „B-Ware“ angesehen. Er fordert daher auch aus diesem Grund sogar, dass der Miro offensiver an die Öffentlichkeit geht und „mehr Politik“ betreibt.

Die Strabag AG betreibt in Eschweiler ü. Feld eine Kiesgrube (Vorrat bis etwa 2025, Genehmigung bis 2028) und Recycling. Auch diese Firma betonte auf Anfrage, dass die öffentliche Hand die Recyclingquoten bei Stoffen für Bauprojekte langfristig „deutlich erhöhen“ müsste.