Düren: Drei Ideen für den Dürener Heuss-Park

Düren: Drei Ideen für den Dürener Heuss-Park

Es passte gut, dass es langsam dämmerte und das Thermometer dennoch satte 25 Grad anzeigte. Mittwoch, ein lauer Spätsommerabend in Düren. Auf den Rathaustreppen sitzen ein paar Jugendliche, drinnen, im Foyer des Hauses, werden Pläne zur Gestaltung des Theodor-Heuss-Parkes vorgestellt.

Hell soll er werden und „sicher“, sagt Jochen Füge, und vor allem: „Die Aufenthaltsqualität ist wichtig.“ Deshalb passt es gut, dass es an diesem Abend immer noch sehr warm ist, weil man sich dann leicht vorstellen kann, wie die Menschen demnächst im Schatten des neuen Bismarck-Quartiers auf dem Rasen sitzen und in die Sonne blinzeln.

Jochen Füge ist Architekt und Stadtplaner, er sitzt in der Geschäftsführung des Unternehmens „Innovation Stadt und Raum“ (ISR). Füge begleitet den Umgestaltungsprozess für den Heuss-Park. Zwölf Fachbüros haben Vorschläge unterbreitet, drei kamen in die engere Wahl. Für ihre Ideen hat sich ein Preisgericht entschieden, dass nicht wusste, welche Namen hinter den Plänen standen. Die anonyme Wahl fiel auf Büros aus Düren, Köln und Bonn.

Einige Vorgaben

Der Heuss-Park wird im Masterplanprozesses umgestaltet. Wenn auf dem ehemaligen Grund der Stadthalle ein Hotel samt Wohn-, Kongress- und Dienstleistungsgebäuden gebaut wird, soll auch der Park ein neues Gesicht erhalten. Es gibt einige, wenige Vorgaben: Das Areal soll Wasserflächen haben, außerdem Platz für Gastronomie. Zuletzt wurde die Idee diskutiert, wieder eine Milchbar wie in den 60ern zu errichten. Pläne des Dürener Architekten Prof. Wolfgang Meisenheimer liegen vor.

Michael Reepel ist Landschaftsarchitekt und vertritt das gleichnamige Fachbüro aus Düren. Der Ingenieur hat die Vorgaben wie die beiden anderen Büros in seinen Vorschlag eingearbeitet. Reepel will einen geräumigen Park mit Platz für Veranstaltungen, zum Beispiel ein Sommerkino oder Public Viewnig. Zentrales Element soll eine weitläufige Rasenfläche sein. An den Seiten sollen Bäume stehen, so dass die Rasenfläche wie eine Lichtung wirkt. Reepel sagt, der Park solle den „Bürgern Raum bieten und offenbleiben für eine vielfältige Bespielung im Wandel der Jahreszeiten“.

Hubertus Schäfer ist Inhaber des Kölner Büros „greenbox“. Der Landschaftsarchitekt will den Park ebenfalls über eine größere Freifläche beleben, eingefasst von einem „grünen Rahmen mit Pflanzen“. Schäfer sagt, der Park solle über Wege an das Bismarck-Quartier angeschlossen werden, damit eine Einheit entstünde. Zum Gymnasium am Wirteltor hin stellt sich der Diplom-Ingenieur ein „grünes Klassenzimmer“ vor, eine Fläche, die von Schülern gestaltet wird.

Wasser als zentrales Element

Stefan Brückmann ist Gesellschafter des Büros „die3 landschaftsarchitektur“ in Bonn. Der Architekt sieht „das Wasser als größten Anziehungspunkt im Park“. Es sollte, „gut einsehbar“, Sicherheit, auch in den Abendstunden, bieten. Die Bismarckstraße solle durch eine doppelte Baumreihe zum Boulevard werden, sagt Brückmann. Am zentralen Eingang des Parkes sieht der Plan eine Spielfläche vor.

Auf einen der drei Vorschläge soll sich der Stadtrat einigen. Dabei können Details noch verändert werden. Die Öffentlichkeit wird weiter eingebunden, zum Beispiel bei einem Innenstadtforum am 15. November. Ende November wird sich das Preisgericht, das aus Landschaftsarchitekten, dem städtischen Baudezernenten und den Kommunalpolitikern Peter Koschorreck (SPD), Thomas Floßdorf (CDU) und Verena Schloemer (Grüne) besteht, festlegen.

Dann wird es längst nicht mehr so warm sein. Vermutlich werden die ersten Veranstaltungen im Heuss-Park im übernächsten Sommer stattfinden.

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