Doppel-, Geburts- oder Familienname: Beispiele aus dem Kreis Düren

Wahlmöglichkeit seit 25 Jahren : Doppel-, Geburts- oder Familienname: Beispiele aus dem Kreis

Das deutsche Familiennamenrechtsgesetz wird heute 25 Jahre alt und führt nicht selten auch zu Streit im Vorfeld einer Eheschließung. Drei Beispiele aus dem Kreis Düren zeigen die verschiedenen Möglichkeiten auf.

„Ich habe nie verstanden, warum man seinen Namen abgeben muss, nur weil man heiratet. Das war vor 41 Jahren schon so, und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Dr. Hildegard Haubner-Moya, lange Jahre Leiterin der Wehebach-Grundschule in Langerwehe, ist seit 41 Jahren mit Juan Moya verheiratet – und genau so lange trägt sie einen Doppelnamen. „Das war damals schon etwas Besonders“, sagt die Pädagogin. „Es war mir wichtig, meinen Namen zu behalten. Ich fand das einfach normal. Die Entscheidung für einen Doppelnamen hatte nichts mit Feminismus zu tun.“

Das deutsche Familiennamenrechtsgesetz feiert heute Geburtstag, es wird 25 Jahre alt. Im März 1991 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Regelung von 1958, nach der automatisch der Geburtsname des Mannes gemeinsamer Familienname wurde, falls sich die Ehepartner nicht einigen konnten, für verfassungswidrig. Seit dem 1. April 1994 können Verlobte frei entscheiden, ob sie nach der Hochzeit einen gemeinsamen Familiennamen führen möchten. Andernfalls behält jeder seinen ursprünglichen Nachnamen.

Allerdings räumt das deutsche Namensrecht die Möglichkeit ein, auch noch nach der Hochzeit einen gemeinsamen Familiennamen zu bestimmen.

Spätestens einen Monat nach der Geburt des ersten Kindes müssen die verheirateten Eltern zumindest festlegen, ob das Kind den Nachnamen des Vaters oder den der Mutter tragen soll. Diese Entscheidung ist dann auch für alle weiteren Kinder bindend. Noch immer entscheiden sich bundesweit die meisten Paare für einen gemeinsamen Namen, nur etwa 20 Prozent behalten auch nach der Hochzeit ihren Geburtsnamen.

Doppelname war für Eltern auch damals kein Problem

„In Spanien ist es üblich, dass Frauen und Männer auch nach der Hochzeit ihren Namen behalten“, erzählt Haubner-Moya. „Das ging aber damals in Deutschland nicht. Trotzdem gab es mit meinem überhaupt keine Diskussionen darüber, dass ich mich für einen Doppelnamen entschieden habe.“ Auch mit ihren Eltern sei das nie ein Thema gewesen. „Es stimmt, dass es 1978 noch absolut üblich war, fast kann man sagen selbstverständlich, dass die Frau nach der Hochzeit den Namen des Mannes annahm. Für meine Eltern war der Doppelname aber kein Problem.“ Haubner-Moya überlegt kurz und sagt dann: „Ich habe keine Geschwister. Vielleicht haben meine Eltern sich auch gefreut, dass unser Name noch ein bisschen länger existiert. Aber wir haben nie wirklich darüber gesprochen.“

Bei Michael Schröder-Steiert aus Nörvenich hat der Doppelnamen ganz andere Gründe. „Meine Frau hatte schon Kinder aus einer ersten Beziehung. Und es war uns beiden einfach wichtig, dass beide Eltern auch die Nachnamen der Kinder haben. Das macht es einfach in der Schule und in Vereinen viel einfacher.“ Natürlich habe es dumme Sprüche wegen des Doppelnamens gegeben. „Einmal habe ich sogar gehört, in der Ehe nix zu sagen zu haben, weil ich zumindest teilweise den Namen meiner Frau angenommen habe. Das war mir aber egal. Die Kinder waren einfach wichtiger.“

Schröder-Steiert erinnert sich noch an stundenlange Diskussionen auf dem Standesamt, als er und seine Partnerin das Aufgebot bestellt hatten. „Das Namensrecht war damals noch recht jung, und wir wollten eigentlich, dass auch die Kinder den Doppelnamen bekommen. Das ging aber nicht.“ Auch nach der Scheidung hat der Geschäftsmann seinen Doppelnamen behalten – und auch nach einer dritten Eheschließung trägt er ihn immer noch. „Zumindest bis die Kinder ihren Schulabschluss gemacht haben, werde ich ihn auch behalten.“

Es ist eine Geschichte über Namen, genauer gesagt über das Namensrecht – und trotzdem sollen manchmal Namen auch geheim bleiben. „Ich habe 1994 den Namen meiner Frau angenommen, und es war ein Drama, zumindest in der Familie.“ Der Mann, der das erzählt, ist 52 Jahre alt – und seine damalige Verlobte hat sich schlicht geweigert, den Namen des Mannes anzunehmen.„Es gab kein Geschäft, das schon ewig bestand und das ich übernehmen sollte“, erzählt der Lehrer. „Es war einfach so, dass ich meinen Namen schon immer gruselig fand. Aber es war ein Fehler, dass mein Vater erst im Standesamt erfahren hat, dass ich plötzlich anders heiße...“

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