Düren: „Dönerfresser” und „Currywurstfanatiker”

Düren: „Dönerfresser” und „Currywurstfanatiker”

Dynamisch, aufregend und provozierend ist das Stück „Türkisch Gold”. Gezeigt wurde es vom jungen Grenzlandtheater Aachen im Haus der Stadt.

Das Jugendstück von Tina Müller erzählt eine Liebesgeschichte zwischen den Kulturen, über Verhältnisse von Türken zu Deutschen und aktuelle Vorurteile.

Eine sehr anschauliche und äußerst beeindruckende theatralische Umsetzung des Jugendstücks ist unter der Regie Ingrid Gündischs entstanden. „We are one World”. Integration leben; lautet die Devise. Der Zuschauer soll zum Nachdenken angeregt werden.

Statt sich Vorurteilen zu bedienen, sollte man sich über die jeweilige Kultur informieren. Das Einlassen auf den Menschen selbst spielt bei „Türkisch Gold” eine bedeutende Rolle. Die Brandaktuelle Thematik wurde auf eine mitreißende und humorvolle Weise umgesetzt.

Das Stück basiert auf Vorurteilen, die von der Autorin gesammelt wurden um beide Seiten zu beleuchten. Die Deutschen sind: „Besserwisser, unspontan, dafür kann man sich auf sie verlassen.”

Türkische Jungs sind auf der einen Seite „cool” und auf der anderen Seite „leidenschaftlich”. Sie werden als „Dönnerfresser” bezeichnet und die Deutschen als „Currywurstfanatiker”.

Zwei Gegensätze, die unvereinbar scheinen. Denkt sich auch Luiza, gespielt von Shadi Hedayati, als ihr bester Freund Jonas (Daniel Heck) ihr erzählt, dass er sich in das türkische Mädchen namens Aynur verliebt habe. Aynur lebt in der selben Stadt und ist in Luizas Parallelklasse.

Kennengelernt haben sich die Beiden während Jonas vorerst öden Sommerurlaubs in der Türkei. Auf Anhieb verstehen sie sich, führen stundenlange Gespräche, schließlich verlieben sie sich ineinander.

Jonas und Luiza spielen alle Variationen durch was passieren könnte, wenn Aynur und Jonas zusammen kämen. Sie erfinden Begegnungen wie sie sein könnten, malen sich die Reaktionen der außenstehenden Personen aus.

Jonas Vater, Aynurs Familie und Jonas Nazi Freund Marcus - alle Charaktere werden von den beiden Schauspielern verkörpert. Es findet ein interaktiver Wechsel der Rollen statt.

So kommt es zu einem Zusammentreffen zwischen Aynurs Bruder und Jonas. „Krass konkret interessiert es mich, was du für meine Schwester springen lassen würdest?!” Darauf antwortet Jonas: „Ich würde ihr den Mond vom Himmel holen.” Die kitschige Antwort gefällt Aynurs Bruder.

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile beschließt Jonas eine Beziehung mit Aynur einzugehen. Es kommt nicht auf die Nationalität an, wie gut oder schlecht man sich mit einem Menschen versteht, sondern auf den Menschen selbst.