Kreuzau: Die „Wilde 13” hält jeden Freitag in Kreuzau

Kreuzau: Die „Wilde 13” hält jeden Freitag in Kreuzau

Gregor Dürbaum ist da ganz ehrlich: „Wir haben hier ein Problem mit Jugendlichen, denen es schwer fällt, sich anbinden zu lassen”, bekennt der Leiter des Jugendamtes beim Kreis Düren auf dem Parkplatz der Kreuzauer Festhalle. Dort am Windener Weg, machte jetzt zum ersten Mal der Jugendbus „Wilde 13” Station.

Mit Videospielen, Internet-Zugängen und pädagogischen Angeboten an Bord kommt das geschickt umgebaute blaue Fahrzeug, das bis vor einem Jahrzehnt noch Fahrgäste der Kreisbahn im Linienverkehr transportiert hat, ab jetzt an jedem Freitag zwischen 14 und 19 Uhr zu seinem neuen Standort.

Kreuzaus Erste Stellvertretende Bürgermeisterin Helga Meier, Vertreter von Jugendarbeit und Polizei sowie auch eine Jugendliche fanden sich zur Premiere der neuen „Haltestelle” ein.

Jens Musche sorgt zusammen mit den Kindern und Jugendlichen, die an den Stationen Aldenhoven, Nörvenich, Embken, Koslar und jetzt eben Kreuzau zusteigen, in der „Wilden 13” für Leben. Ihn freut der neue Standort ebenso wie Gregor Dürbaum vom Kreis und sein Mitstreiter Ulrich Lennartz, Geschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Düren.

Ihr einträchtiges Miteinander beim kleinen Festakt in Kreuzau ist kein Zufall und kein Wunder: Die „Wilde 13” verbindet sie. Besitzer des Busses wie Träger der Aktivitäten in ihm und um ihn herum ist der Kreis. Für den alltäglichen Betrieb und die Arbeit vor Ort hingegen ist der SKF zuständig.

Was sie an dem dunkelblau lackierten Bus-Oldtimer haben, wissen alle Akteure jedenfalls bestens. So schätzt Amtsleiter Dürbaum das Gefährt besonders als flexible Basis der Jugendarbeit. Lennartz stuft die „Wilde 13” gar als „Leuchtturm-Projekt” ein.

Die mit Hilfe des Fahrzeugs geleistete „homöopathische Arbeit” sei wertvoll und nachhaltig, denn: „An keinem Ort finden sich nur wenige Jugendliche ein.”

Heinz-Peter Braumüller, Vorsitzender des Kreistagsausschusses für Jugendhilfe, schätzt an diesem Angebot noch etwas anderes: Auf seinem Weg vom Norden in den Süden des Kreises und wieder zurück vernetze der Bus die Gemeinden Kommunen, Wohlfahrtsverbände und andere Beteiligte schon durch sein bloßes Herumkommen.