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Die Union erwartet ein Duell der Landwirte

Die Union erwartet ein Duell der Landwirte

Kreis Düren. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nur gut einen Monat nach dem kommunalen Auswahlverfahren geben sich die Bewerber um ein Landtagsmandat zu erkennen.

Besondere Spannung verspricht dabei die Kandidaten-Kür bei der CDU. Schickt die Union wieder Landtags-Urgestein Willi Lieven ins Rennen, oder setzen die Christdemokraten auf frischeres Blut? Der Mann mit der ewig qualmenden Zigarre („Stört Sie das?”) von der Spieler Mühle bekommt dabei diesmal Konkurrenz aus dem gleichen Berufsstand.

Der CDU-Gemeindeverband Inden hat diese Woche den Schophovener Landwirt Josef Wirtz vorgeschlagen. Weitere Bewerber sind nicht in Sicht, so dass im November ein bäuerliches Duell auf der Rurscholle zu erwarten ist.

Der Jäger geht mit dem Platzhirsch vorsichtig um und verkleidet seine Kritik höflich. „Ich strebe keine weiteren Ämter und Posten an. Ich möchte mich voll und ganz um den Wahlkreis kümmern - nicht nur vor der Wahl. Wenn ich aufgestellt und gewählt werden sollte, werde ich richtig ackern”, durchpflügt Wirtz die Vorurteile, die seinem Kontrahenten vorgehalten werden. „Wenn ich mit Bürgern oder Mitgliedern spreche, dann sagen 95 von 100: ,Mit 70 Jahren noch mal antreten - das kann es nicht sein.”

Der Schophovener selbst zählt sicher auch nicht mehr zur jungen Garde. Er fühlt sich „mit meinen 54 Jahren genau im richtigen Alter, um als Bindeglied zwischen Generationen zu fungieren”.

Großen Aufgaben fühlt sich Wirtz gewachsen. Im Maschinenring Rheinland-West organisiert er die Logistik für über 100 Betriebe während der Rübenkampagne. Diese Tätigkeit sieht der Kommunalpolitiker - seit 1975 mit Unterbrechungen viele Jahre im Indener Gemeinderat - auch inhaltlich als Vorteil.

„Der SPD-Landtagsabgeordnete Hafke kommt aus dem Umfeld der Zuckerfabrik. Der Wahlkreis ging aus unserer Sicht knapp verloren. Vielleicht lag das daran, dass Hafke in dem Umfeld viele Stimmen gemacht hat.”

Ein Mann der Basis

Neben Ackerbau und Zuckermarktordnung sieht sich Wirtz im Themenkreis Braunkohlentagebau bewandert. Der Mann von der Basis, der sich in vielen Vereinen wie der Schützenbruderschaft engagiert, ist begeisterter Amateurfußball-Fan. Ansonsten setzt er auf den Teamgedanken - „ich bin nicht so vermessen und sage, dass ich alles kann oder kenne”.

In der „Mannschaft” mit Landrat Wolfgang Spelthahn, Thomas Rachel (MdB) und dem Südkreis-Landtagsabgeordneten Rolf Seel „lassen sich viele Dinge für den Kreis Düren optimieren”.