Die Taxifahrten im Kreis Düren sollen bald teurer werden

Ein Plus von Zehn Prozent : Taxifahren in Düren soll teurer werden

Wer in Zukunft in ein Taxi im Kreis Düren steigt, wird mehr Geld in der Börse bereithalten müssen. Fünf Taxiunternehmer haben beantragt, die vom Kreistag festgelegten Preise für Fahrten zu erhöhen. Im Schnitt sollen die Entgelte um etwa zehn Prozent im Vergleich zu den bisherigen steigen.

Die Taxifirmen begründen dies mit gestiegenen Kosten. Dass der Kreistag am 24. September zustimmt, ist wahrscheinlich.

Die Entgelte wurden zuletzt vor mehr als vier Jahren verändert. Damals war die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns unter anderem ein Grund, an der Preisschraube zu drehen. Seitdem ist der gesetzliche vorgeschriebene Mindestlohn kontinuierlich gewachsen. Inzwischen liegt er bei 9,19 Euro pro Stunde und soll ab dem 1. Januar des kommenden Jahres auf 9,35 Euro klettern. Im Vergleich zu 2015 beträgt die Steigerung etwa zehn Prozent. Die Firmen schreiben von „erheblichen Kostensteigerungen“. Wie der Kreis Düren bestätigt, machen Löhne etwa 60 Prozent der gesamten Unternehmenskosten in der Taxi-Branche aus.

Die Firmen nennen in ihrem Schreiben, das bereits Anfang Februar an das Straßenverkehrsamt geschickt wurde, auch weitere Gründe für eine Entgeltanpassung und verweisen unter anderem auf ein Gutachten im Auftrag des Kreises Düren, das schon im Jahr 2016 festgestellt habe, dass die Tarife zu niedrig seien. Aktuell machen sich in den Augen der Taxiunternehmer die hohen Investitionskosten aufgrund der technischen Veränderungen belastend bemerkbar. Hinzurechnen müsse man die Mehraufwände für Buchführung, Steuerberater und Versicherungen. Die Gutachter sollen schon im Jahr 2016 eine Tarifsteigerung um bis zu 13 Prozent gefordert haben, da eine „Bedrohung des Gewerbes“ festgestellt worden sei.

Foto: grafik

Dass der Ruf nach neuen Tarifen nicht schon früher erfolgte, erklären die Taxiunternehmen auch mit dem technischen Aufwand bei der Umstellung der Taxameter. Darum werden die Preisanpassungen auch in größeren Zeitabständen beschlossen. Zudem habe man die Entwicklung bei den Spritpreisen und den sonstigen externen Kosten beobachten wollen, heißt es im Antragsschreiben. Man wolle zudem deutlich machen, dass die Erhöhung lediglich die zusätzlichen Kosten decken sollen. Taxifahren dürfe nicht zum gefühlten Luxus werden, teilen die Unternehmer mit.

Nicht nur die Kostenentwicklung bereitet den Taxibetreibern Sorge, auch die Suche nach Personal gestalte sich zunehmend schwieriger. Die Ortskenntnisprüfung im Mietwagenverkehr wurde vor zwei Jahren abgeschafft, wodurch auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Personen zu finden sind, die berechtigt sind, ein Taxi zu fahren. Bleibt den Firmen noch die Möglichkeit, selbst Fahrer auszubilden. „Eigene Programme zur Heranführung von arbeitssuchenden Menschen in diesen Beruf sind sehr zeit- und kostenintensiv, stellen jedoch oft die einzige Option dar“, schreiben die fünf Unternehmen.

Im Kreis Düren sind 19 Taxiunternehmen beheimatet. Zehn befinden sich mit ihrem Sitz in Düren, drei senden ihre Fahrzeuge von Jülich aus. Insgesamt 81 Konzessionen sind an diese Firmen erteilt worden, was gleichbedeutend mit der Zahl der Fahrzeuge ist. Die Summe ist seit Jahren konstant. Dies hänge mit den Ergebnissen von Gutachten zusammen, die in regelmäßigen Abständen in Auftrag gegeben werden müssen, wie ein Kreissprecher mitteilt.

In der Expertise, auf die sich auch die Taxiunternehmen in ihrem Antrag beziehen, wird ausführlich die wirtschaftliche Situation der Betriebe beurteilt. Die 81 Konzessionen stellen laut Kreisverwaltung die Höchstgrenze dar, die von den Gutachtern empfohlen wird. Zwar komme es immer wieder zu Veränderungen in der Firmenlandschaft, die Konzessionen würden dann allerdings nicht verfallen, sondern nur weitergegeben und übernommen. Dies führe dazu, dass die Zahl seit Jahren konstant ist.

Wenn der Kreistag den neuen Entgelten zustimmt, wird es noch dauern, bis der Kunde für eine Fahrt mehr bezahlen muss. Die neuen Tarife müssen zunächst vom Eichamt Aachen des Landesbetriebs Mess- und Eichwesen Nordrhein-Westfalen überprüft werden. Danach erfolgt die Programmierung der Taxameter.

Nach der Erfahrung der Taxiunternehmen vergehen dadurch nach der Entscheidung zwei bis drei Monate, ehe die neuen Entgelte umgesetzt werden. Der benachbarte Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen haben bereits die Steigerung bei den Taxientgelten in jüngster Vergangenheit beschlossen.

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