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Die "Swensons“ und „Eventuell eine Band“ im Dürener Karneval

Zwei junge Bands aus dem Kreis Düren : Gute Musik muss nicht aus Köln kommen

„In Düren feiern wir Karneval zu Musik aus Köln. Warum nicht auch mit Tönen aus Düren?“ Diese Fragen stellen gleich zwei Bands aus dem Kreis, die in den karnevalistischen Feierlichkeiten mit ihrer eigenen, hausgemachten Musik Akzente setzen wollen: die „Swensons“ und die Formation „Eventuell eine Band“.

Beide Gruppen kommen aus der Gegend, covern bekannte Stücke, haben kürzlich aber auch eine Single herausgebracht und singen diese auf Deutsch. Da hört es aber auch schon auf mit den Gemeinsamkeiten. Denn die vierköpfige Familienband „Svensons“ aus Kreuzau ist im Schnitt so alt wie jedes einzelne Mitglied der neunköpfigen Truppe, die sich selbst den Namen „Eventuell eine Band“ gegeben hat.

Sven und Jutta Stoffels sind 41 Jahre alt, ihre Söhne Tim und David sind elf und acht. Über Schulauftritte der Brüder mit E-Gitarre und Schlagzeug, bei denen auch Vater Sven mit seiner Gitarre aushalf, stellten sie schnell fest, „dass wir eigentlich ganz gut zusammenspielen können“, erzählt der Kleinste der Familie und grinst.

Seit einem Jahr treten die vier mit Mutter Jutta als Backgroundsängerin als Familienband auf. Bisher spielten sie auf mehreren kleineren Veranstaltungen Coversongs. Am Wochenende gab es aber bei der Kindersitzung der KG „Ahle Schlupp“ eine Premiere: Die „Svensons“ spielten zum ersten Mal live ihre neue Single „Düren“ – eine Hymne auf die Heimat. „Die Stadt, die wir so lieben, liegt am kleinen Flüsschen Rur, unser Herz das schlägt für Düren, das ist Heimatliebe pur“, singen die „Svensons“ darin.

Die „Svensons“, alias Jutta,Sven (beide 41), Tim (11) und David (8) Stoffels aus Kreuzau suchen Verstärkung – unter anderem fehlt ein Bass.  Foto: ZVA/Anne Welkener

Ihnen war wichtig, nicht das 1001. Lied über Köln zu schreiben, sondern Düren zu besingen. „Unsere Stadt ist keine Diva, eher so Currywurst und Fleiß, der wahre Schatz in uns’rer Gegend, das sind die Menschen hier im Kreis“, heißt es deshalb im Liedtext.

Damit es nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen gibt, hat die Familie nun auch ein Video zum Lied aufgenommen – an unterschiedlichen markanten Orten im Kreis und mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden. Das Video ist noch nicht ganz fertig, die CD mit der Single aber schon und bald sollen auch neue Lieder folgen. Die werden, so könnte es sich Vater Sven vorstellen, weniger Lokalkolorit haben dafür mehr den Familienalltag thematisieren. Fest steht aber: Es wird nicht auf Kölsch gesungen! Da lassen Tim und David nicht mit sich reden.

Das Gegenteil ist der Fall bei „Eventuell eine Band“ – neun Kreis Dürenern zwischen 21 und 29 Jahren. „In den Ohren von alteingesessenen Kölnern singen wir bestimmt schlechtes Kölsch“, gesteht Fabian Lange, der Keyboard und Akkordeon spielt. „Trotzdem haben wir uns bewusst dazu entschieden, weil wir hier verwurzelt sein wollen“, erklärt er. Die junge Truppe möchte die Einflüsse des rheinischen Karnevals mit ihrem eigen Stil verbinden.

Fabian Lange spielt Keyboard und Akkordeon bei „Eventuell eine Band“. Foto: Dustin Preick

Während ihr erstes Lied „Wohin et jeht“ noch klassisch an Karneval erinnerte, hört man im aktuellen Song „Drissejal“ den eigenen Stil mehr raus. „Jetzt klingt es jünger, rockiger, es gibt auch einen kurzen Swingteil“, erklärt Lange, der über eine Big Band zur Schulzeit mit seinen Kollegen zusammengefunden hat. Lange: „Wir wollen die Stimmung der jungen Kölner Bands, die wir mögen, vermitteln, und dabei zeigen, dass wir das auch können – was Lokales eben.“

Die Verbundenheit zur Region und der Wille, das Publikum mitzureißen, sind wohl die größten gemeinsamen Nenner der beiden Bands – ob mit Düren im Text oder im Herzen, zu Karneval oder danach.

Details auf www.svensonsmusik.de und www.eventuelleineband.de.