Kreis Düren: Die Straftaten im Kreis Düren sind 2017 gesunken

Kreis Düren : Die Straftaten im Kreis Düren sind 2017 gesunken

Rein objektiv betrachtet ist das Leben im Kreis Düren sicherer geworden. Die am Mittwoch veröffentlichte Kriminalitätsstatistik 2017 stimmt die Kreispolizeibehörde positiv. Die guten Nachrichten: Die Gesamtfallzahlen und die Gewaltkriminalität sind auf ein Zehnjahrestief gesunken.

Raubdelikte und die Straßenkriminalität im Allgemeinen sind rückläufig — und die Polizei hat eher unerwartet wenige Wohnungseinbrüche gezählt.

632 ist die niedrigste Zahl der vergangenen zehn Jahre. „Und davon sind alleine 42 Prozent nur Versuche“, betonte Jürgen Möller, leitender Direktor der Kreispolizei. „Düren ist auch dank guter Prävention unattraktiver für Einbrecher geworden.“ Die Aufklärungsquote liegt gleichbleibend bei mehr als 52 Prozent.

Nicht so positiv fällt die Statistik bei den Kfz-Diebstählen aus. Mit 183 wurden der Polizei im vergangenen Jahr 38 mehr gemeldet als 2016 (+ 26 Prozent). Darunter fällt auch der Klau von Transportern, im Polizeijargon „Sprinterkategorie“, und deren speziell in Gewerbegebieten teuren Fracht wie Werkzeuge und Maschinen. Jörg Malejka von der Direktion Kriminalität: „Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine Bande handelt, die wir aber noch nicht ausmachen konnten.“ Generell seien die gehäuften Kfz-Diebstähle ein „angekündigtes Problem“ gewesen. Das Phänomen verschiebe sich laut Malejka gerne durch die grenznahen Regionen.

Bei einer anderen Diebstahlssparte vermeldete Jürgen Möller jedoch einen Erfolg: Die gemeldeten Taschendiebstähle sind um 300 gesunken (- 41 Prozent), wobei die Aufklärungsquote in dem Bereich immer noch nur bei rund 27 Prozent liegt. Die geringere Fallzahl hat laut Möller also einen anderen Grund: „Bestimmte Straftäter haben sich vielleicht andere Regionen gesucht. Und es kann sein, dass sich der Trend im Kreis in den nächsten Jahren wieder wandelt.“

Beamten zeigen mehr Präsenz

Ein Viertel aller Straftaten entfällt auf die Straßenkriminalität (4323), die die wenigsten Fälle der vergangenen zehn Jahre aufweist. Jürgen Möller betonte in diesem Zusammenhang, dass seine Beamten immer mehr Präsenz zeigen, schneller an Einsatzorten und Brennpunkten seien — und das, obwohl „wir den historischen Tiefstand an Polizisten haben“. Zwei Drittel der rund 60.000 Einsätze entfallen auf die Wache in Düren, in der der Norden weiterhin das größte Problem darstellt. Dort würden die Beamten auch öfter auf Streife unterwegs sein, sie würden „Leuten öfter auf die Füße treten“, wie Möller sagt. Das hat anscheinend nicht allen gefallen, denn mehr Polizisten und Justizbeamte sind Opfer von Bedrohung, Beleidigung und körperlicher Gewalt geworden. In Summe: 106 Fälle, der Zehnjahresmittelwert liegt bei 83. „Die Fälle haben nicht tolerabel zugenommen, und deswegen wird landesweit darüber diskutiert, wie die Polizei robuster auftreten soll“, macht Möller deutlich.

Bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik im vergangenen Jahr dachte Landrat und Polizeichef Wolfgang Spelthahn (CDU) laut über mögliche Videoüberwachungen zum Beispiel am Dürener Rathausvorplatz oder dem Römerpark in Aldenhoven nach. Dort hatten gleich mehrere Straftaten im Jahr 2016 für Aufsehen gesorgt. Jürgen Möller erklärte am Mittwoch, dass nach reichlicher Überlegung der punktuelle Einsatz von Kameras nicht möglich ist. „Für Plätze, die videoüberwacht sind, muss die Polizei eine bestimmte Zahl von Beamten in Bereitschaft halten. Die würden uns dann natürlich an anderen Orten fehlen“, schilderte Möller.

Die meisten — und eventuell sogar besseren Augen — haben ohnehin die Bürger im Kreis Düren. Und wie gewohnt appellierten Möller und Malejka an die Aufmerksamkeit aller: „Wir haben 500 Polizisten im Kreis und 270.000 Bürger. Wenn jeder wachsam ist, steigt unsere Schlagkraft.“

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