Düren-Merken: Die See-Gegner planen konstruktiv mit

Düren-Merken: Die See-Gegner planen konstruktiv mit

In Merken hoffen die Menschen inständig, dass die Stadt Düren mit ihrer Klage gegen den „Indesee“ Erfolg hat. Die Interessengemeinschaft „Für ein lebenswertes Merken“ kämpft weiterhin dafür, dass das Tagebau-Restloch — wie ursprünglich vorgesehen — mit Erdreich und nicht mit Wasser aufgefüllt wird.

Für den Fall, dass die „Seelösung“ dennoch kommt, will die IG Merken nicht tatenlos zusehen. Sie beteiligt sich deshalb auch an den Planungen für die Zeit der Auffüllung. Um das so genannte „Zwischennutzungskonzept“ drehte sich die „Bürgerwerkstatt“ am Donnerstagabend.

Knapp 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadt Düren zu dem Gedankenaustausch im Merkener Schützenheim. Zu Beginn lobte Bürgermeister Paul Larue das „große bürgerschaftliche Engagement“ im Stadtteil. Er versicherte, die Stadt werde „in der Sache hart bleiben“. Es gelte aber auch die Erkenntnis „Wer nicht handelt, der wird behandelt“. Deshalb sei es unbedingt nötig, sich an den Planungsprozessen aktiv zu beteiligen.

Der Technische Beigeordnete Paul Zündorf, der als Moderator fungierte, machte deutlich, dass es im Falle der „Seelösung“ zunächst um die Wiederauffüllphase von 2030 bis etwa 2055 gehe. „Es sind Ideen gefragt, wie das Umfeld der steigenden Wasserfläche in dieser Zeit sinnvoll genutzt werden kann“, sagte der Leiter der Bau- und Planungsabteilung der Verwaltung.

Mit der Entwicklung des Zwischennutzungskonzeptes ist von der Indeland Entwicklungsgesellschaft unter Beteiligung der Stadt Düren und des Tagebaubetreibers RWE Power das Bonner Planungsbüro RMP Lenzen beauftragt worden. Annette Gerardi und Clas Scheeren stellten das bisherige Zwischenergebnis vor. Ziel sei es, am Ende eine „natürlich Einbettung“ des Sees in die Landschaft erreichen. Auf dem langen Weg dahin müssten die späteren Böschungsflächen schon frühzeitig ansprechend gestaltet werden — zum Beispiel durch Bepflanzungen, die Schaffung von Rad- und Fußwegen und anderes mehr.

In drei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die interessierten Bürgern mit dem Ist-Zustand, der besagten Zwischenphase und der Zukunft des Projektes.

Für die Zeit der Auffüllung gab es etliche Ideen und Forderungen, die vom frühzeitigen Rückbau der Erdwälle über ein attraktives Wegenetz und den Bau einer Umgehungsstraße bis hin zu Flächen für Kultur- und Sportveranstaltungen reichten. Die vom Planungsbüro angeregte Schaffung von Gewerbeflächen auf der Seeseite (also im Osten von Merken) wurde einvernehmlich abgelehnt. Man wünscht sich vielmehr eine offene Gestaltung, damit auch Merken „auch etwas vom See hat“.

Mehr von Aachener Zeitung