Düren: Die Rathaussanierung wird zum Jahrhundertprojekt

Düren: Die Rathaussanierung wird zum Jahrhundertprojekt

Bürgermeister Paul Larue spricht von einem „Jahrhundertprojekt”: Jahrelang wurden notwendige Instandhaltungsarbeiten im Dürener Rathaus aufgeschoben, weil die Politik anderen Projekten Vorrang einräumte.

Jetzt aber ist aus Sicht der Verwaltung eine Sanierung unumgänglich. „Wenn wir nicht 2012 beginnen, ist die Verwaltung in zwei Jahren nicht mehr handlungsfähig”, verweist Kämmerer Harald Sievers nicht nur auf die Energieineffizienz des in den 50er Jahren erbauten Gebäudes, die jährlich Hunderttausende verschlingt, auf die ineffektiven Arbeitsbedingungen und den mangelhaften Brandschutz, sondern auch auf eine veraltete EDV, für die Ersatzteile nur noch bei „Ebay ersteigert werden können” und die einen modernen Bürgerservice unmöglich mache.

Aber der Umbau zu einem innovativen „Öko-Rathaus”, den Helmut Harperscheidt am Dienstag im Bauausschuss vorstellen wird, hat seinen Preis: 14,75 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt, inklusive Nebenkosten von rund drei Millionen Euro für die vorübergehende Auslagerung der kompletten Verwaltung in noch anzumietende Gebäude. 9,3 Millionen stehen bereits zur Verfügung, 5,45 Millionen muss die Politik in den kommenden beiden Jahren noch zur Verfügung stellen.

Das heißt: Von den in der Finanzplanung vorgesehenen Investitionsmitteln von jeweils rund acht Millionen Euro muss noch jeder dritte Euro in die Rathaussanierung gesteckt werden, so dass sich der Spielraum für andere Maßnahmen deutlich reduziert. Für die Verwaltungsspitze aber gibt es zu diesem Weg keine Alternative. Das machten Larue, Sievers, Harperscheidt und Maria Welter unmissverständlich deutlich.

Das Sanierungskonzept für das 1989 unter Denkmalschutz gestellte Rathaus setzt auf „Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und besseren Bürgerservice”, betont der Bürgermeister. Der Austausch der Fenster, verbunden mit der Reduzierung von Wärmebrücken in der Außenwand, vor allem aber der Einbau eines Blockheizkraftwerks mit moderner „Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung” sollen den Energiebedarf des Rathauses um 72 Prozent senken. Harperscheidt rechnet mit einer Einsparung im Bereich der Betriebskosten von jährlich rund 350.000 Euro.

Zentraler Bestandteil der Sanierung ist aber auch die seit Jahren überfällige Modernisierung der IT-Landschaft, die nicht nur ein besseres Dokumentenmanagement und die Möglichkeit von Heimarbeit mit sich bringen soll, sondern vor allem den Ausbau von Online-Diensten und Bürgerportalen.

Stichwort: Besserer Bürgerservice. Der soll auch mit weiteren Maßnahmen erreicht werden. Der Haupteingang soll ebenerdig und damit barrierefrei an den Rathausvorplatz verlegt werden. In der ehemaligen Stadtkasse soll ein weiteres Bürgerbüro für die Bereiche Kinder, Jugend, Familien, Finanzen, Soziales und Kultur eingerichtet werden, die Räume im City-Karree, in dem der Umbau aus organisatorischen Gründen beginnen muss, sollen zur Anlaufstelle für soziale Belange werden mit Info-Theke. Die Integration bislang ausgelagerter Ämter soll dazu führen, dass die Außenstandorte Zollhausstraße und Weierstraße nach Abschluss der Umbauarbeiten im Frühjahr 2014 überflüssig werden.