Birkesdorf: „Die Räuber“: Neuanfang in der Birkesdorfer Festhalle

Birkesdorf: „Die Räuber“: Neuanfang in der Birkesdorfer Festhalle

Für die kölsche Mundartband „Die Räuber“ war es ein Neuanfang. Noch vergangenen Sonntag hatten sie das langjährige Bandmitglied Karl-Heinz „Charly“ Brand in einem emotionalen letzten Konzert in Köln verabschiedet, schon ging es am Dienstagabend in der Birkesdorfer Festhalle erstmalig in neuer Besetzung wieder auf die Bühne.

Diese Premiere widmeten die Musiker ganz ihren Fans. So hatte es keinen Kartenverkauf gegeben. Alle Tickets zu diesem exklusiven Fankonzert wurden entweder verlost oder wurden über die Website der Räuber an die Fans mit den besten Bewerbungen verteilt. Für Räuber Manager Michael Brand ist diese sehr persönliche Erfahrung etwas ganz besonderes. „Wir haben eine so tolle Resonanz bekommen“, sagt er. „Das ist echtes Feedback und nicht nur anonyme Verkaufszahlen. Im Prinzip könnte ich hier jetzt jeden mit Namen begrüßen und das ist großartig.“

Auch die Lokalität in Birkesdorf wurde ganz bewusst ausgewählt. „Wir fahren immer gerne zu den Leuten raus“, erklärt Sänger Torben Klein. „In Düren sind uns alle immer besonders wohl gesonnen, und das macht dann einfach Spaß.“ Für die „Räuber“ seien Konzerte immer ein Geben und Nehmen und so sei es klar gewesen, dass dieser Neustart, nachdem das Abschiedskonzert schon in der Domstadt ausgetragen wurde, direkt bei den Fans in den umliegenden Regionen stattfinden würde.

Dass Düren eine Räuberhochburg ist, wurde spätestens beim Anblick der vollen Birkesdorfer Festhalle mit 1200 Zuschauern klar. Da packt auch eingefleischte Profis schon mal das Lampenfieber. „Eigentlich bin ich ja immer erst zwei Minuten vorher aufgeregt“, lacht Klein. „Obwohl wir heute sehr viel geprobt haben, was schon etwas hilft, ist das bei dieser Premiere schon etwas anders als sonst. Wir hoffen natürlich, dass das Publikum uns jetzt als Räuber 2.0 annimmt.“

Darüber hätte sich der 41-jährige allerdings keine Sorgen machen müssen. Die Stimmung war ausgelassen und das Publikum sang und tanzte enthusiastisch mit. „Bisher sind wir total begeistert“, sagt Frauke, 38, die mit ihrem Karnevalsverein KG „Scheef Naas“ Tickets ergattern konnte, in der Pause. „Wir haben die Räuber schon mal in Vettweiß gesehen und auch da haben sie die Bude abgerissen. Das ist heute echt ein Volltreffer.“

Musikalisch präsentierte die Band neben einigen Räuber-Klassikern vor allem ihr neues Album „Welthits op Kölsch“. Losgelöst vom Karneval entstand das Live-Album auf Kneipenkonzerten und zeigt die kölsche Interpretation von Rockklassikern zum Beispiel von Rod Stewart oder John Lennon. Manager Brand erklärt, dass diese CD ein persönlicher Traum von dem ehemaligen Frontmann Charly war. „Durch die kölsche Interpretation entsteht eine ganz neue Wahrnehmung für die Songs“, sagt er. „Für Charly ist es das Abschiedsalbum, und viele Lieder stammen aus seiner Feder.“

Aber auch die Räuber 2.0 brachten die Songs überzeugend auf die Bühne. Außerdem wurden einige neue Stücke, viele aus der Feder von Torben Klein, präsentiert. „Die fünf neuen Songs reichen von Schlager bis Rock, also ganz im Stil der Räuber“, erklärt der neue Frontmann. „Aber wir machen schon einen Schritt in eine etwas modernere Richtung. Bei so einem Neustart sind ja Lachen und Weinen ganz nah bei einander und während wir letzten Sonntag viel geweint haben, wollen wir heute vor allem Spaß haben.“

Wichtig ist es der Band aber auch, den kölschen Musiknachwuchs zu unterstützen. So begleitet sie auf ihrer Konzerttour die Band „RhingBloot“. Die seit 2015 bestehende Gruppe war nach ihrem Auftritt begeistert vom Dürener Publikum. „Es war unglaublich“, sagt Sänger Sasha Kilgenstein. „Es ist ja immer schwer als neue Band, vor allem wenn man nur eigene Songs spielt, die am Anfang halt einfach keiner kennt. Wir waren jetzt auch schon zweimal an Karneval in der Düren Arena, und das Dürener Publikum ist einfach so entgegenkommend, so macht es richtig Spaß.“ Für die Gruppe, die ihr erstes Album „Dat Eetste“ präsentiert, war der Abend also auch ein voller Erfolg.

Und auch den Räubern gelang der Neustart mit Bravour. Es war klar zu merken, wie Brand sagt, dass „sich die Leute immer noch etwas mehr freuen, wenn man sich auch mal auf den Weg zu ihnen macht“.